Bei strahlendem Sonnenschein und Rekordtemperaturen arbeiten auf dem Dach vom Solemar die Handwerker. Hintergrund des Einsatzes in der Höhe von bis zu 16 Metern sind Erneuerungsarbeiten: Mit einem Budget von 2,5 Millionen Euro wird das Dach des Bades mit seinen Kuppeln erneuert. Bis Ende Oktober soll alles erledigt sein. Beeinträchtigungen für die Badegäste will die Einrichtung auf ein Minimum beschränken.

"Das Dach dürfte jetzt um die 30 Jahre alt sein", sagt René Keller, Leiter des Solemars. "Die enorme Hitze oder ein starkes Gewitter könnten dem in die Jahre gekommenen Dach zusetzen", sagt er und holt ein Foto aus einer Schublade. Zu sehen ist das Heilbad von oben. "Das hier sind unsere fünf Glaskuppeln. Die werden komplett ersetzt", sagt der Solemar-Leiter. Auch die sogenannte Dachhaut werde komplett erneuert. "Das Dach wird bis zu den hölzernen Pfosten zurückgebaut. Die neuen Lichtkuppeln kommen schon in zwei Wochen und werden mithilfe eines Krans auf das Dach gebracht", sagt Keller.

Bei einem Blick ins Bad fällt zunächst nicht auf, dass über den Köpfen der Gäste geschwitzt und schwer gearbeitet wird. Erst, wenn der Badegast nach oben schaut, sieht er die von den Bauarbeitern errichteten Holzplattformen unterhalb der Glaskuppeln. "Die sind zur Sicherheit da. Wir wollen nicht, dass Schmutz oder Werkzeug nach unten fällt", erklärt René Keller. Für seine Gäste solle es durch die Erneuerungen nur wenig Einschränkungen geben. "Es kann vorkommen, dass ein Becken mal für einen Tag zu gemacht werden muss. Das wird sich aber auf Teilbereiche beschränken", sagt der Solemar-Leiter.

Beim Schwimmen können die Badegäste nur erahnen, was auf dem Dach vor sich geht. Holzkonstruktionen sorgen dafür, dass während den Arbeiten nichts nach unten fällt.
Beim Schwimmen können die Badegäste nur erahnen, was auf dem Dach vor sich geht. Holzkonstruktionen sorgen dafür, dass während den Arbeiten nichts nach unten fällt. | Bild: Kipar, Sandro

Aktuell liegen die Arbeiten im Zeitplan, erklärt Keller. Über das Baugerüst klettert er nach oben auf das Dach. Die zusätzliche Wärme, die von der dunklen Dachhaut ausgestrahlt wird, ist dort oben deutlich spürbar. "Natürlich können unvorhergesehene Schäden die Arbeiten verzögern. Aber wir sind optimistisch." Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle, um den Zeitplan einhalten zu können: "Wenn es regnet, kann hier oben natürlich niemand mehr arbeiten. Aber auch die extreme Hitze macht es momentan nicht einfach", sagt Keller.

Auf dem Dach sind die ersten Arbeiten schon erkennbar: Ein Teil der Dachhaut wurde bereits entfernt und das Dämmmaterial darunter in große, weiße Säcke gepackt, die noch auf dem Dach liegen. Auch der 23 Meter hohe Kran wurde bereits in Stellung gebracht, um die fünf Glaskuppeln auszutauschen.

Video: Kipar, Sandro

Gefördert wird die Baumaßnahme vom Land Baden-Württemberg. "Wir bekommen 971 000 Euro aus dem Topf für die Förderung öffentlicher Tourismusinfrastruktur", sagt der Solemar-Leiter. Das Budget sei für die Erneuerungen ausreichend.

Um die Sommersaison macht sich René Keller wegen der Bauarbeiten keine Sorgen. "Hochbetrieb haben wir in den kälteren Jahreszeiten oder wenn das Wetter schlecht ist", sagt er. Dies liege vor allem an der Art des Solemars: Als Wellness- und Thermebad sei es für eine Abkühlung eher weniger geeignet. "Immerhin haben wir in unseren Becken teilweise Temperaturen bis 33 Grad", sagt Keller. Die Schwerpunkte seien im Solemar anders gesetzt. Während etwa das Minara sommerlichen Badespaß für Familien mit Kindern biete, seien die Zielgruppen des Solemars höhere Altersklassen, die sich erholen und entspannen wollen.