Ein Stadtbummel in Villingen ist immer inspirierend. Vor allem aber dann, wenn plötzlich der größte Sport-Star der Region durch die Innenstadt streift. Joshua Kimmich wollte einfach mal die Seele baumeln lassen, als er direkt nach der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich zum Kaffeetrinken nach Villingen kam. Es wurde aber viel mehr daraus.

Dass er überhaupt erkannt wurde, das liegt an Massimo Calanni. Der 31-jährige Sizilianer lebt schon lange in der Stadt. An diesem Tag fiel ihm beim Zampolli an der Rietstraße ein junger Mann mit Freundin auf. Massimo erzählt selbst, was dann geschah. "Ich hatte schon Herzklopfen, aber ich bin auf ihn zu und habe ihn gefragt: Entschuldigung, sind Sie nicht der Nationalspieler Joshua Kimmich?" Der Angesprochene habe gelächelt und mit dem Kopf genickt. Dann habe er ein Schmuckgeschäft betreten. Massimo Calanni ist Fußballfan und Anhänger von Juventus Turin. Turin wiederum ist die Mannschaft, die viele Spieler für die italienische Nationalmannschaft stellt, das Team also, das von Joshua Kimmich und der deutschen Nationalmannschaft bei der EM glorreich im Elfmeterschießen bezwungen wurde.

Kimmich und die Villinger Italiener haben sich wenige Tage nach dem Match allerbestens vertragen. Der Fußballnationalspieler, der aus Bösingen bei Rottweil stammt, habe durchaus stolz aber auch ein wenig neckisch daran erinnert, dass seine Vereinsmannschaft, der FC Bayern München, Turin ja in der Champions League geschlagen habe, berichtet Massimo.

Wieso er Kimmich trotz Schirmmütze und Sonnenbrille erkennen konnte? Dazu sagt Massimo selbst: "Ich habe einfach die Gabe, mir Gesichter merken zu können." Auch Massimo bekam in Villingen ein Foto mit Joshua Kimmich. Der Italiener aus Villingen schwärmt über den deutschen Nationalverteidiger aus Bösingen: "Er ist so sympathisch, er strahlt viel Ruhe aus – das gefällt mir sehr. So abgeklärt spielt er ja auch." Massimo ist sicher, dass Kimmich seinen Weg weiter gehen wird: "Er kann noch besser werden als Philipp Lahm", prognostiziert Massimo Calanni.

Dass Joshua Kimmich viele Autogramme in Villingen gegeben hat, ist nach einem ersten SÜDKURIER-Bericht über den Stadtbummel des Sport-Stars bekannt. Was erst jetzt klar wird: Joshua Kimmich hat auch ein Villinger Kind beschenkt. Einen 10-Euro-Schein habe er spontan gezückt und gesagt, das sei fürs Sparschwein, als er von einem Vater gebeten wurde, ein Foto seines Kindes zu signieren, berichtet Massimo Calanni.

Joshua Kimmich hat in Villingen Spuren hinterlassen, viele Freunde gewonnen. Jetzt hoffen alle, dass er bald wieder vor einem der Straßencafes sitzt.