Gaby Sirringhaus ist tot. Sie verstarb am Sonntag im Alter von 71 Jahren nach einer länger andauernden, schweren Erkrankung.

Sie war die Frau an der Seite von Dieter Sirringhaus. Der ehemalige Stadtjugendpfleger, Familienpark-Geschäftsführer und heutige Inhaber einer mobilen, erfolgreichen Kinderunterhaltungsbühne konnte über Jahrzehnte auf sie zählen. Im Jugendhaus, beim Steppachprojekt, bei dem von Dieter Sirringhaus initiierten Kinderferienprogramm, bei der Lollipop-Disco – nirgendwo war sie wegzudenken. Hilfe bei Veranstaltungen, Abrechnungen, Kassenführung, Kostüme nähen für den Kinderzirkus, Waschen der Kleider nach Aufführungen. Dazu unzählige Gespräche mit Kindern, Jugendlichen Eltern – sie war über 38 Jahre immer da.

Als der Familienfreizeitpark noch an der Obereschacher Straße platziert war, organisieret sie Preise für Tombolas, so dass Karussells und Spielgeräte gekauft werden konnten. Im neuen Familienfreizeitpark wirkte sie gegen kleines Honorar als Geschäftsführerin des Café-Bereichs. Den Betrieb hatte sie zuvor ehrenamtlich begleitet, als die Zulauf immer stärker wurde, veränderte die Stadt die Strukturen. Schon in den neunziger Jahren arbeitete sie mit Migranten, Benachteiligten bis in die späten Abendstunden. Kultur im Park, Tanznächte, große Firmenjubiläen mit bis zu 2000 Gästen wurden von ihr maßgeblich betreut. Die politisch motivierte Schließung des Familienparks vor 14 Jahren, eine Monate währende Schlammschlacht um Verantwortlichkeiten und persönliche Anfeindungen setzten ihr schwer zu. Mit ihrem Mann rastete sie scheinbar nie. Selbst im Urlaub bespielten die Beiden Waisenhäuser in der Dritten Welt, traten in ärmsten Ländern in Kindergärten und Schulen auf. Zuletzt hatte man dem Ehepaar die selbst gebastelten Kasperlefiguren aus ihrem Bühnenwagen gestohlen. Zurück blieben zwei, die scheinbar unermüdlich antraten für ein Lächeln derer, die sonst nicht viel zu lachen haben.