VS-Villingen – Es war ein Gipfeltreffen exzellenter Gospelchöre aus dem Landkreis Schwarzwald-Baar und es bescherte dem Publikum das herzergreifende Erlebnis inniger, fröhlicher Sangeskunst zum Lob Gottes. Das Konzerthaus Franziskaner war am Samstag voll besetzt; ergriffen und aufgewühlt zugleich lauschten die Besucher den Gospels und Spirituals von Chorus Mundi, Cross Notes, Get Gospel und Laetitia Chor. Das Programm dauerte drei Stunden, doch die Zeit verflog wie im Fluge. Höhepunkt war der gemeinschaftliche Jubel aus 120 Kehlen; stehende Ovationen waren der Dank.

"Vier Chöre – eine Leidenschaft" fasste Moderator Henry Greif die gemeinsame Basis der Amateur-Sängerinnen und -Sänger zusammen. Alle Ensembles begeisterten mit eigenem, unverwechselbarem Profil, kontrastreichem Programm und erstaunlicher stimmlicher Homogenität auf künstlerisch hohem Niveau – diese Chöre sind Perlen in der schillernden Musiklandschaft im und um das Oberzentrum herum. Den Auftakt machte Chorus Mundi und gab mit Come let us sing ein schwingendes, übermütiges Motto vor, das zugleich als Signal für einen Kontext jenseits von klingender Weihnachtsseligkeit gedacht war.

Hingabe, Können und ansteckende Freude am Gesang kennzeichneten alle Darbietungen.
Hingabe, Können und ansteckende Freude am Gesang kennzeichneten alle Darbietungen.

Mit Bezug zum Tag der Menschenrechte hatten die Chöre eine Gruppe von Amnesty International eingeladen. Würden die Menschen mehr miteinander singen, wäre die Welt friedlicher – davon waren die Besucher des Abends restlos überzeugt. Der vielseitige Jacob Fauser dirigierte den Chor der Welt mit enthusiastischer Präzision, löste zwischendurch Manuel Draxler am Klavier ab und übernahm bei dem poppig arrangierten Thank You Lord obendrein die Rolle des Stimmführers. Der Chor glänzte mit phantastischer Biegsamkeit auch bei schwieriger Rhythmik und Verschachtelung der Lagen etwa bei der eigenwillig-grandiosen Version von Bridge over troubled water. Ein Traum wurde mit Unterstützung von 800 Stimmen aus dem Saal wahr – I have a dream, sang das Publikum mit beachtlicher Verve.

Der Laeitita Chor aus Furtwangen-Neukirch vermittelte unter der Leitung von Sabine Pander mitreißende Freude. Dies mit gut hundertjährigen Spirituals wie Wade in the Water ebenso wie mit rockig angehauchtem Gotteslob unserer Tage (You raise me up) und dem elegisch interpretierten Paradise. Frauen waren in allen Chören in der Überzahl, am meisten bei Cross Notes von der Jakobusgemeinde Niedereschach Dauchingen, da nur vier Männer pointierte Akzente im weiblichen Gesang setzen. Thomas Schneider sorgte mit punktgenauem Dirigat für exakte Einsätze und weiche Dynamik; das familiäre Instrumentaltrio mit Elias, Tabea und Valentin Schneider an Klavier, Cello und Kontrabass bereicherte den Chorklang mit instrumentaler Farbigkeit.

Beim Auftritt von Get Gospel steigerte sich die hingebungsvolle Freude im Publikum endgültig zur Partystimmung. "Fühlen Sie sich frei!" Leiterin Sinnika Kimmich motivierte die Besucher mühelos nicht nur zu percussivem Klatschen, sondern gar zum Tanzen und Mitsingen. Shackles, Heavens highway, Operator waren die eher fetzigen Titel zur temperamentvollen Freude über Jesu Geburt; Give us peace lautete die andächtige Bitte im Gewand eines gesungenen Gebets.

Das große Konzerthaus war voll besetzt, die Menschen waren hingerissen.
Das große Konzerthaus war voll besetzt, die Menschen waren hingerissen.

Hatte schon jeder Chor für sich das Publikum verzaubert, folgte im letzten Block die opulente Fusion zum 120-köpfigen Ensemble. Die Besucher klatschten euphorisch und als die Zugabe als einziger weltlicher Titel verklungen war, hielt es sie nicht mehr auf den Plätzen: Thank You for the Music lautete die fulminante Schlusshymne.

Lange Vorbereitung

Bis ins Jahr 2014 reichen die Vorbereitungen für das gemeinsame Gospel-Konzert zurück. Das Motto war Programm; 4gospels.sbk – vier Chöre, eine Leidenschaft. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Kulturamt Villingen-Schwenningen realisiert; Schirmherr war Landrat Sven Hinterseh. (cn)