Sein Wirken ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig. Galerie-Leiter Wendelin Renn polarisierte. Egal, ob es sich um die Konzeption seiner eigenen Ausstellungen, um das Kunstwerk Schwenninger Orange vor der Villinger Neuen Tonhalle oder um Robert Schads Stahl-Skulptur auf dem Klinikum handelte. Er hat dazu eine klare Meinung und hielt damit nicht hinter dem Berg. Mareike Drobnys Bodengrafik auf dem Villinger Latschari-Platz wird auch in Erinnerung bleiben. 40- bis 50 000 Euro kostete das temporäre Kunstwerk mit den markanten gelben Klebestreifen auf dem Pflaster. Sie hielten nicht lange, das Volk tobte.

Oder die Katzenmusik, die mit ihrem dann doch realisierten Katzen-Brunnen bei Renn auf Granit biss. Der Galerieleiter mag nicht immer recht gehabt haben und ist vielleicht das eine oder andere Mal übers Ziel hinausgeschossen. Doch er war immer für eine lebendige Diskussion gut. Das bleibt im kollektiven Gedächtnis der Stadt hängen, und diese Debatten-Kultur wird auch hoffentlich unter seiner Nachfolgerin fortgeführt werden.