Pünktlich zur Adventszeit hat der Geschichts- und Heimatverein Villingen auch in diesem Jahr wieder sein Jahresheft mit dem Titel "Villingen im Wandel der Zeit" veröffentlicht. Es umfasst über 170 Seiten und ist wie gewohnt eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte und Heimatforscher. Und doch ist die 42. Ausgabe der Schrift eine ganz besondere für den GHV: "Das ist das wichtigste Jahresheft, das wir bisher gemacht haben", sagt der Vorsitzende Werner Echle mit stolzem Blick. Schließlich sei ein Themenschwerpunkt das 50-jährige Bestehen des renommierten Villinger Vereins.

Man habe den GHV 1969 gegründet, um mit Blick auf die sich abzeichnende Fusion der beiden Städte Villingen und Schwenningen, die 1972 vollzogen wurde, der eigenen Geschichte Bedeutung zu schenken, diese zu bewahren und zu vermitteln, erklärt Echle. Ein Ziel, dass der Verein über all die Jahre beibehalten hat und das auch die diesjährigen Redaktionmitglieder beim Erstellen der Jahresschrift antrieb. Marcus Ditsch, Hans-Georg Enzenroß, Günter Rath, Ute Schulze und Edgar Trischtler sammelten das ganze Jahr über Beiträge von Historikern, ehemaligen Lehrern und auch Laien, redigierten diese und fügten sie schließlich zusammen. "Das ist eine Menge Arbeit, die sich aber lohnt und dazu noch sehr interessant ist", sagt GHV-Ehrenvorsitzender Günter Rath. "Ich glaube, es ist uns wieder gelungen, ein spannendes und informatives Jahrbuch zu gestalten."

"Das Jubiläumsbuch ist das wichtigste, das wir bisher gemacht haben."<strong>Werner Echle</strong>, Vorsitzender
"Das Jubiläumsbuch ist das wichtigste, das wir bisher gemacht haben."Werner Echle, Vorsitzender | Bild: Jochen Hahne

"Rückblick, Draufblick und Ausblick" nennt Rath den Teil des Buches, in dem die 50 Jahre lange GHV-Geschichte behandelt wird. In sieben Beiträgen widmen sich die Autoren unter anderem der Entstehungsgeschichte des Vereins, dem ersten Jahresheft im Jahr 1973 und den Aktivitäten der vergangenen fünf Jahrzehnte. "Das Jubiläum ist zwar das wichtigste Thema, aber natürlich nicht das einzige", wirft Werner Echle ein. Schließlich gebe es darüber hinaus noch viele interessante Aufsätze zu anderen Stoffen – darunter auch Unerwartetes. So erklärt zum Beispiel Robert Meister in seinem Beitrag, welches starke Band den Schwarzwald mit Kalifornien verbindet. Und Anita Auer schreibt über ein Kunstwerk im Franziskaner-Foyer und stellt dabei die Frage: "Glauben Sie wirklich, dass dies ein Garderobenständer ist?"

Im Jubiläumsjahr ist viel geplant

"Wir haben 2019 wieder eine ganze Menge vor", sagt Werner Echle mit einem Blick auf das Jubiläumsprogramm. Neben dem Stammtisch an jedem ersten Freitag im Monat sind 24 Veranstaltungen geplant. Einer der Höhepunkte ist für Echle der Kappenabend am 22. Februar. "Da wollen wir Geschichte erfahren und lernen – aber auf eine fastnachtliche und lustige Art", sagt der Vorsitzende mit einem breiten Lächeln. Außerdem sei er schon sehr gespannt auf den Vortrag des ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel am 6. Mai im Münsterzentrum und auf die erste Stadtführung mit dem Fahrrad am 11. Mai. "Das wird sicher sehr interessant – bei unserem Altersdurchschnitt von fast 70", scherzt Echle.

Für dieses hohe Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder hat der zweite Vorsitzende Edgar Tritschler eine Erklärung: "Heimatbewusstsein ist etwas Altersbezogenes." Die meisten Menschen seien erst ab einem gewissen Alter daran interessiert, wenn sie eine Familie gegründet und Wurzeln geschlagen haben. "Außerdem ist der Heimatbegriff heute ein ganz anderer als früher", sagt Tritschler. Während Heimat für ihn ganz klar Villingen bedeute, sei der Begriff für die heutige Jugend, die in einer viel globalisierteren Welt aufwachse, diffuser. Ein vielschichtiges Thema, dem der GHV in seinem Jubiläumsjahr einen ganzen Abend widmet. Am 24. Oktober diskutieren im Rahmen einer Podiumsdiskussion Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Werner Mezger, SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz und GHV-Ehrenvorsitzender Günter Rath über den Begriff "Heimat".