Von Überraschung ist bei den Vertretern der Fraktionen ob der Entscheidung des Kubons, bei der Wahl nicht mehr anzutreten, am Freitagmittag nichts zu spüren. Einig ist man sich auch noch in einem anderen Punkt: Bei der nun kommenden Kandidatensuche wolle man auf Parteigeklüngel verzichten. Wie sich die Fraktionen jetzt positionieren – ein Überblick.

  • Renate Breuning (CDU): Ein wenig überrascht war Renate Breuning, Fraktionssprecherin der CDU, von der Entscheidung dann doch. „Ich hätte nach der Neujahrsansprache damit gerechnet, dass er es noch mal machen würde.“ Kurzfristig wiederum habe sie dann aber damit gerechnet. „Er hätte wohl kaum eine eigene Pressekonferenz einberufen, wenn er nur verkünden will, dass er noch mal antritt.“ Auf die Frage nach einen CDU-Kandidaten bleibt sie vage. „Dazu werde ich jetzt nichts sagen außer: Wir machen genau das, was wir bisher gemacht haben.“ Eine Antwort gibt Breuning dann doch noch. Auf eine Frage, die eigentlich gar nicht gestellt wurde. „Vielleicht“, sagt sie, „haben auch die klaren Narrenworte gewirkt“.
  • Klaus Martin (CDU): Für Klaus Martin, Vorsitzender des Stadtverbandes der CDU, war die Entscheidung des OB "wirklich ein Befreiungsschlag". In weiser Voraussicht habe man auch bereits einen Termin für eine Sitzung Ende Februar vereinbart.
    "Jetzt können wir für die Zukunft planen." Man wolle jetzt signalisieren, dass ein Interesse an qualifizierten Männern und Frauen bestehen, die "unsere Stadt in eine gute Zukunft führen wollen".
  • Edgar Schurr (SPD): Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Edgar Schurr, hat am Freitag zur Kenntnis genommen, was er schon wusste und sagt darum nur: "Die Entscheidung kann ich gut verstehen." Jetzt obliebt es also auch der SPD sich umzusehen. Beraten werden sie jetzt in den Gremien, sagt Schurr, ob man einen eigenen Kandidaten aufbauen werde, oder jemanden unterstützen wolle. Für Schurr dabei maßgebend: Was will der Ortsverein? "Der muss hinter dem Kandidaten stehen", sagt er. Auch einen gemeinsamen Kandidaten aller Parteien schließt er nicht aus. "Ich stelle Parteiproporz nicht über die Qualität eines künftigen Oberbürgermeisters." Dass die Suche nicht ganz einfach werden wird, das prophezeit Schurr auch in Hinblick auf die ebenfalls gerade vakant gewordene OB-Stelle in Offenburg: "Wir werden in Konkurrenz sein. Die, die für solch eine Stelle geeinget sind, werden sich nicht einfach so in den Ring werfen."
  • Andreas Flöß (FW): „Ich habe großen Respekt vor diesem Schritt und vor seiner Arbeit“, sagt Andreas Flöß, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Das Bewerberfeld, da ist er sich sicher, werde sich nach der Entscheidung erweitern.
    „Wir können jetzt, neben externen Bemühungen, auch innerhalb der Verwaltung nach einem neuen Kandidaten suchen.“ Und diese Suche muss, zumindest wenn es nach den Freien Wählern geht, nicht alleine gestemmt werden. „Wir werden auf die CDU zu gehen und gemeinsam sondieren, ob man sich auf einen Kandidaten einigen kann.“ Und dann wird Flöß pragmatisch. „Vielleicht“, sagt er, „kann man sich ja nicht nur mit der CDU, sondern mit allen einigen.“ Das Parteigeklüngel sei hier nicht förderlich. Flöß ist überzeugt: „Wir brauchen jemanden an der Spitze unserer Stadt, der von einer großen Mehrheit getragen wird.“
  • Berthold Ummenhofer (FW): Die offizielle Entscheidung hat Ummenhofer am Freitag noch nicht mitbekommen, das Ergebnis war ihm jedoch bereits im Vorfeld klar gewesen. „Die Pressekonferenz konnte nur bedeuten, dass er nicht mehr antritt“, sagt er. Und: „Nach den heftigen Attacken an der Fastnacht war das zu erwarten gewesen. Ich verstehe seine Reaktion.“ Auf die Frage, wie es jetzt weiter geht, sagt er: „Jetzt sind die großen Parteien gefordert. Bisher war es nur die CDU, jetzt ist auch die SPD gefragt.“ Die Verantwortung wolle man damit nicht allein auf die großen Parteien abwälzen, auch die Freien Wähler wollen sich um einen Kandidaten bemühen, sagt Ummenhofer. Allein die Kontakte und Beziehungen seien bei den großen Parteien schlicht besser vorhanden, als bei den Freien Wählern. Dass die Suche vielleicht nicht so einfach werde, das scheint Ummenhofer zu ahnen, wenn er sagt: „OB in VS zu sein ist kein Traumjob. Das merkt man schon daran, dass sich bisher kein Kandidat beworben hat.“

Video von der Pressekonferenz und Interview mit OB Kubon

 

Video: Jens Fröhlich

 

Video: Jens Fröhlich

 

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