Das Landgericht Konstanz hat gestern drei Angeklagte wegen zahlreicher Rauschgiftdelikte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Kiloweise führten ein 20-Jähriger und ein 23-Jähriger aus VS-Schwenningen im Sommer vorigen Jahres flüssiges Amphetamin aus Holland ein, um es gewinnbringend im hiesigen Raum zu verkaufen. Ein 32-Jähriger, ebenfalls aus VS-Schwenningen, deponierte einen Teil des geschmuggelten Rauschgifts in seiner Wohnung, wo es gestreckt und zum Verkauf vorbereitet wurde.

Nach dem Auffliegen der Geschäfte war er es, der bei der Polizei sofort Klartext redete und seine Kollegen outete, was ihm einen Bonus einbrachte. Das Landgericht Konstanz bestrafte ihn jetzt wegen Beihilfe zum Rauschgifthandel in drei Fällen mit zwei Jahren Haft. Die Strafe wurde unter strengen Auflagen für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt und ist bereits rechtskräftig. Unter anderem muss der 32-Jährige die Durchführung einer stationären Drogentherapie nachweisen.

Den 23-jährigen Drahtzieher der Geschäfte, der zusammen mit dem 20-Jährigen im Frühjahr auch noch kiloweise Marihuana aus Düsseldorf besorgt und verkauft hatte, schickte das Gericht gestern für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der Jüngere kam mit einer Jugendstrafe von zwei Jahren davon, die er bereits akzeptiert hat. Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung muss er sich in den nächsten sechs Monaten erst verdienen, indem er zahlreiche Auflagen erfüllt. Dazu gehört, dass er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableistet, drei Mal Urinproben auf Drogenkonsum untersuchen lässt, zehn Gespräche bei der Fachstelle Sucht führt und sich um eine regelmäßige Arbeit bemüht.

Alle drei Angeklagten haben bereits ein Jahr Untersuchungshaft hinter sich. Der 20-Jährige und der 32-Jährige kamen gestern wieder auf freien Fuß. Der vielfach vorbestrafte 23-Jährige bleibt in Haft. Er machte auf das Gericht einen unbelehrbaren Eindruck. Schon während eines früheren Aufenthalts im Jugendstrafvollzug hatte er unbemerkt weitere Rauschgiftgeschäfte organisiert und anlässlich eines Wochenendurlaubs auch durchgeführt. Als er auf Bewährung entlassen wurde, machte er mit den jetzt verurteilten Taten weiter und zog den 32-Jährigen als Depothalter mit in seine Geschäfte.

Auch nachdem er im Oktober vorigen Jahres an der holländischen Grenze mit einem Liter flüssigem Amphetamin erwischt wurde, konnte er weiter machen. Denn man ließ ihn damals einfach laufen, was das Gericht gestern mit Kopfschütteln kommentierte. Erst im November 2017 konnte er festgenommen werden. Und prompt wurde er im Gefängnis wieder mit einem illegalen Handy erwischt. Im Prozess erklärte er, der Handel mit Drogen sei für ihn "ein Job wie jeder andere, aber mit hohem Risiko". Ein bandenmäßiger Handel war den drei Angeklagten nicht nachzuweisen. Die Strafen wären dann erheblich höher ausgefallen.