Von der Hertie School of Management in Berlin spricht beim VS-Forum des Medienhauses SÜDKURIER Andrea Römmele. Die Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin, die in den USA dem Wahlkampfteam von Hillary Clinton angehörte, spricht am Dienstag, 14. Mai. Thema des Abends: „Warum wir in Politik und Gesellschaft eine neue Streitkultur brauchen – geht es um Macht oder Inhalte?“ Beginn des Abends ist um 19.30 Uhr. Saalöffnung ist um 19 Uhr.

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Vor allem vor Wahlen wie jetzt in Baden-Württemberg gilt: Der politische Diskurs gilt als Säule der Demokratie. Freie Gesellschaften benötigen Austausch und Abwägung von Argumenten. Vor allem so wird eine abgewogene Meinungsbildung überhaupt möglich. Vor allem so können konstruktive Lösungsvorschläge für die großen Fragen unserer Zeit erst entstehen. Wahrhaftiger politischer Streit, inhaltliche Auseinandersetzung – all das wird jedoch immer seltener, die Debatten verlagern sich in die digitalen Tiefen sozialer Medien und werden in Talkshows im Fernsehen oft nur oberflächlich gestreift.

Wortgefechte mit ungeprüften Fakten und Behauptungen dominieren bei dieser Form der Kommunikation, Meinungsäußerungen stranden deshalb nicht selten in unversöhnlich wirkenden Positionskämpfen. Die Suche nach dem goldenen Kompromiss – er bleibt zu oft im Debatten-Morast verloren. Kampf um Aufmerksamkeit, Selbstbestätigung und die Skandalisierung des Gegners dominieren stattdessen. Andrea Römmele zeigt am 14. Mai in Villingen auf der Tonhallen-Bühne Wege aus diesem Dilemma auf. Sie spricht dazu auch mit dem Leiter der politischen Redaktion dieses Medienhauses, Dieter Löffler.

Die Referentin ist gezielt vor den Europa- und Kommunalwahlen eingeladen worden. Die Expertin wird auf der Villinger Bühne auch zu der Herausforderung sprechen, wie es wieder möglich sein kann, miteinander zu streiten, ohne zu spalten – eine der großen Herausforderungen unserer Gegenwart.

Andrea Rommele, Jahrgang 1967, ist Professorin für Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaft an der Hertie School of Governance in Berlin sowie Herausgeberin des Handbuchs Politikberatung. Sie forschte und lehrte an renommierten amerikanischen Universitaten und gehorte in Deutschland auch bereits dem Wahlkampfteam von Gerhard Schroder an.

Andrea Römmele ist außerdem Mitbegründerin und Chefredakteurin des Journal for Political Consulting and Policy Advice sowie Beraterin für politische Kampagnen und Unternehmens-Kampagnen. Sie hat ihren Master-Abschluss an der weltweit renommierten University of California in Berkeley bei San Francisco erworben, an der Universität Heidelberg promoviert und an der Freien Universität Berlin habilitiert.

Ziel der Hertie-Schule fürs Management ist es, herausragend qualifizierte junge Menschen auf Führungsaufgaben im öffentlichen Bereich, in der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft vorzubereiten. Die Hochschule wurde Ende 2003 von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung gegründet und wird seither maßgeblich von ihr getragen. Andrea Römmele fungiert an der Hochschule in herausgehobener Position als Dean (Dekan). An der Hertie School of Governance gilt ihr Forschungsinteresse den Themen vergleichende politische Kommunikation, politische Parteien und Public Affairs.