Als Manfred Schuhmacher am Dienstagmittag seiner Arbeit am Vereinsheim des Sportvereins Rietheim nachgehen wollte, traute er seinen Augen nicht: Die Kupferrohre an Gebäude und Geräteschuppen wurden abgerissen, geklaut. "Als ich vorbeikam, bemerkte ich, dass da etwas nicht stimmt. Die Kupferrohre wurden am Haus abgerissen und die Blitzableiter hingen lose herunter", sagt Manfred Schuhmacher, Hausmeister des Sportvereins. Er entdeckte als Erster den Diebstahl und kontaktierte sofort den Vereins-Vorsitzenden Felix Bickel. Auch Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler traf kurz danach am Ort des Geschehens ein, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Die Täter nutzten offenbar eine Holzpalette und die in der Hauswand verankerten Fahrradhalter als Erhöhung, um die Regenfallrohre zu beseitigen. Beim Versuch, weitere Teile der Regenrinne zu entfernen, brach ein Teil der Fahrradhalterung aus der Wand. Sachbeschädigung und Diebstahl kamen im Sportverein Rietheim nicht zum ersten Mal vor. Vergangenes Jahr wurden schon mal die Kupferrohre entwendet, außerdem gab es einen Einbruchsversuch in das Sportheim.

Die Mitglieder des Sportvereins sind darum mehr als verärgert. "Es ist nicht angenehm, zu wissen, dass da nachts irgendwelche Leute so etwas machen", sagt Angela Gutenkunst, Schriftführerin des Vereins. "Wir werden weitere Sicherheitsmaßnahmen treffen müssen und da sind wir bereits mit dem Ortsvorstand im Gespräch", fügt Andreas Bickel hinzu.

Kupfer begehrtes Diesbesgut

Der Diebstahl von Kupfermaterial ist in der Region keine Seltenheit, berichtet die Polizei. Auch beim Fasnachtsverein der Rietvögel kam es in diesem Jahr bereits zu zwei Fällen, in denen Teile der kupfernen Regenrinne gestohlen wurden. Bereits mehrfach waren Vereine, Firmen und öffentliche Plätze von Kupferdiebstählen betroffen. Sogar vor dem Entfernen des Daches einer Leichenhalle schrecken manche Täter nicht zurück, so Harri Frank, Sprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen. "Vom Diebstahl bis zum Verkauf sind die Täter meist gut organisiert", sagt Frank. Das gesammelte Kupfer werde höchstwahrscheinlich ins Ausland gebracht und dort unbemerkt verkauft.

In Rietheim geht die Polizei von einem Schaden von 1500 Euro aus. Auch wenn der Betrag nicht allzuhoch ist, die Verärgerung der Vereinsmitglieder ist dennoch groß. "Auch wenn die Kosten von der Gemeinde übernommen werden, schlussendlich wird das trotzdem die Allgemeinheit tragen", sagt Andreas Bickel und fügt hinzu: "Warum auch immer man sowas macht: Sollten die Täter Langeweile haben, ist ein Training mit uns auf dem Sportplatz eine bessere Sache."