Die Gruppe von Jugendlichen googelt: Samstagnacht wollte einer von ihnen noch von Villingen nach Schwenningen – eigentlich ein Fall für den Nachtbus. Doch so schnell werden sie nicht fündig – unter Nachtbus Villingen-Schwenningen tauchen Medienberichte auf, aber nicht der Internet-Fahrplan. Das müsste eigentlich schneller gehen, meinen sie.

Wird es wohl auch, wenn das Angebot bekannter ist. Vor allem junge Leute tun sich noch etwas schwer damit, die Gruppe rief dann einfach einen Kumpel an. Doch das soll sich ändern, meinen die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung. „Wir sind noch in der Startphase“, erläutert die Sprecherin der Stadt, Oxana Brunner. Das Angebot werde jetzt noch bekannter gemacht, auch über die sozialen Medien.

Auf den Flyern und auf größeren Plakaten befinde sich auch QR-Codes, mit denen die Fahrpläne der vier Linien direkt eingescannt werden können. Es benötige nun etwas Zeit, bevor sich der Nachtbus etabliere. Genannt wird er die Nacht-Acht, die Linienführung ähnelt einer liegenden Acht.

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100 Nutzer wurden bereits am Wochenende Mitte September gezählt. Das werde intern als „guter Zuspruch“ bewertet. Es hätte zwar auch mehr sein können, aber mit einer Steigerung rechnet Brunner in den nächsten Wochen. Bevor ein Urteil gefällt werden könne, müsse zunächst einmal die Startphase abgewartet werden. „Es braucht seine Zeit“, wirbt sie.

Manch ein Jugendlicher hätte auch einen Rufbus für die bessere Lösung gehalten. Doch dagegen habe sich die Stadt ganz bewusst entschieden, sagt Brunner. Ein Rufbus bedeute eine bestimmte Hürde, Busnutzer müssten sich einige Zeit im Voraus melden, sie müssten auch den Zeitpunkt ihrer Abfahrt genau bestimmen. Dagegen haben sich die Planer gewandt, feste Linien auch in der Nacht erschienen ihnen Erfolg versprechender. Günstiger wäre ein Rufbus-System ohnehin nicht, sagt Brunner. Die Fahrzeuge und Fahrer müssten ja ebenfalls bereitgestellt werden. Allerdings sollten die Passagiere dann auch pünktlich an der Haltestelle stehen. Es werden auch nicht mehr so viele Haltestellen wie tagsüber angefahren, es handele sich nur noch um ein Drittel im Vergleich zum Liniennetz.

Die Einführung des Nachtbusses in den beiden großen Stadtbezirken sei nun „der erste Schritt“, der zweite wäre die Bedienung der Dörfer. Dort wird der Bedarf als viel höher angesehen. Wenn die ersten Erfahrungen bewertet seien, werde auch darüber entschieden, kündigt Brunner an. Eine Möglichkeit bestünde darin, dann auch Stadtbusse einzusetzen.

Die Adresse, unter der das Angebot aufgerufen werden kann:
http://www.dienacht8.de