Das Kasernengelände Lyautey an der Kirnacher Straße ist verkauft. Der Bund als Eigentümer hat das 37 Hektar große Areal an einen privaten Investor verkauft: die DBA Deutsche Bauwert aus Baden-Baden. Damit kann die Umwidmung der ehemaligen Richthofenkaserne der Wehrmacht, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der franzözischen Armee genutzt wurde, endlich Fahrt aufnehmen. Vorgesehen ist vor allem der Bau von Eigentumswohnungen.

  • Sanierungs-Spezialist: Der Investor DBA hat schon früher Kasernen in Wohngebiete umgebaut, berichtet der Vorstand des Unternehmens, Uwe Birk. Das Unternehmen verdient sein Geld mit der Sanierung, Modernisierung und dem Verkauf von Wohnraum und ist spezialisiert auf denkmalgeschützte Objekte und Sanierungsgebiete. Auch in Villingen geht es darum, die unter Denkmalschutz stehenden Kasernengebäude aus Kaisers Zeiten zu sanieren und in modernen Wohnraum umzugestalten. Dieser wird dann vom Investor als Eigentumswohnungen verkauft. Außerdem sind auf einem Teilbereich des Areals auch Neubauten vorgesehen (siehe Grafik). Birk geht davon aus, dass auf über 20 000 Quadratmetern neue Wohn- und Gewerberäume entstehen werden, wobei der Schwerpunkt auf Wohnen liegen wird. Geschätzte Größenordnung: Zirka 200 Wohneinheiten im Alt- und Neubaubereich. Allerdings gibt es bisher noch kein fertiges Konzept. Dieses soll in den nächsten Wochen vollendet und dem Gemeinderat zur Verabschiedung vorgelegt werden. Im Frühjahr will die DBA in den Verkauf der Wohnungen einsteigen.
    Bildunterschrift
    Bild: Orlowski, Birgit
  • Richter baut parallel: Parallel zu diesem Bauvorhaben der DBA wird das rückwärtig, nach Norden gelegene hintere Drittel des Kasernengeländes von einer anderen Investorengruppe bebaut. Dieses Areal mit 13,7 Hektar wurde schon 2014 von der Richter-Immobiliengruppe (Mainz) erworben, der auch das angrenzende ehemalige Saba-und Thomson-Gelände mit dem dortigen Technologie- und Innovationspark gehört. Die Richter-Gruppe hätte gerne auch das restliche Kasernenareal gekauft, unterlag aber im Bieterverfahren gegen die DBA. Nun werden die beiden Investoren das Kasernengelände gemeinsam bebauen.
  • Werner-Projekt wohl weg: Die Richter-Gruppe hat sich dazu, so berichtet deren Projektentwickler Patrick Rößler, den holländischen Bau-Konzern Ten Brinke als Partner ins Boot geholt. Denn die Richter-Gruppe habe keine Bauerfahrung. Die beiden Unternehmen haben eine Objekt-Gesellschaft gegründet, über die die Bebauung abgewickelt wird. Geplant sind ebenfalls Wohnungen und etwas Gewerbe. Rößler hofft, dass das Konzept zur neuen Erschließung des Gebiets mit Straßen und Zuleitungen noch in diesem Jahr vom Gemeinderat abgesegnet und mit dem Bau der Straßen begonnen wird. Im Herbst 2019 könnte dann die Erschließung abgeschlossen sein und mit dem Wohnbau gestartet werden. Rößler bestätigte, dass die Niedereschacher Firma Wohnbau Werner nur noch wenig Chancen habe, ihr Konzept einer Reihenhausanlage mit 44 Wohneinheiten auf dem Kasernengelände zu realisieren. Dieses Vorhaben sei "von den Realitäten überholt worden". Es werde wohl darauf hinauslaufen, so Rößler, dass die Wohnbebauung von der Richter-Gruppe und Ten Brinke umgesetzt werde.