Wer kennt sie nicht, zwei- und dreistöckige Hochzeitstorten, die man in Konditoreien ordert? Aber da wohnt in VS-Villingen noch die 33-jährige Züleyha Sözer, die seit fünf Jahren sich genau dieser Art von Torten verschrieben hat, und nun zum Casting der Sat 1-Show „Das große Backen“ eingeladen wurde.

Mit Torten-Buch fing alles an

Angefangen hat alles mit einem Buch über Hochzeitstorten. „Ich schmökerte in der Lektüre, und dachte mir, was das für Künstler sein müssen, die solche Kunstwerke produzieren“, erinnert sie sich. Und als türkischstämmige Mutter eines fünfjährigen Sohnes dachte sie sich pünktlich zum ersten Zahn ihres Nachwuchses, sich mit dem Fondant, einer Zuckermasse zum Verspachteln der Torten, einmal auseinanderzusetzen. Heraus kam ihre erste kunstvoll verzierte Torte, und sie merkte schnell, dass ihr diese Art von Handwerk lag.

Sie verputzt auch Wände

„Wir waren zu Hause vier Mädchen, und so packten wir halt handwerklich mit an, so lernte ich viel vom Papa“, lacht die sympathische 33-Jährige. „Sie verputzt und gipst Wände wie ein Profi“, bestätigt ihr Ehemann Ali, der ebenfalls von ihren handwerklichen Fähigkeiten begeistert ist. Sie verfeinerte ihre Technik mit den Torten stetig, und avancierte schnell zur Zuckerbäckerin der großen Familie. Im November 2017 ging es dann zur ersten Wertungsausstellung nach Stuttgart, „und ich holte mir mit meiner Showtorte gleich den zweiten Platz“, erinnert sich Züleyha. 2018 ging es dann nach Friedrichshafen und Essen, wo sie sich ihre erste Goldmedaille bei der Ausstellung sicherte. In fünf Ausstellungen holte sie sich immer einen der ersten drei Plätze. Vor einer Woche erst ging es neuerlich nach Friedrichshafen mit einer Karusselltorte, ein neuerlich wahres Kunstwerk. „Sechs Wochen Arbeit mit so circa 50 bis 60 Stunden Arbeit steckten da schon drin.“

Torten-Kern aus Styropor

Bei den Showtorten ist der Kern aus Styroporelementen, der Künstler verspachtelt die Elemente und verziert die Torte. Aber auch bei essbaren Torten – der Kern ist ein Biskuitteig mit Creme, der dann ebenfalls mit Fondant verspachtelt und im Anschluss verziert wird – ist Züleyha ganz weit vorne mit dabei. Allerdings sind hier maximal drei Tage Zeit, ein Kunstwerk zu erstellen, damit das innere der Torte nicht verdirbt. Sie selber allerdings isst kaum Torten und Kuchen, auch der ganz profane Marmorkuchen steht in ihrem Repertoire.

"Ein bisschen aufgeregt"

Bei den einzelnen Ausstellungen entwickelten sich Freundschaften mit anderen Künstlerinnen und einer dieser Freundschaften hatte sie es zu verdanken, im letzten Jahr in Friedrichshafen mit dem Fernsehteam von der Sat 1-Show „Das große Backen“ in Verbindung zu kommen. „Ich weiß noch genau, es war auf der After-Show-Party und die Jungs von der Sat 1-Show sagten mir, ich solle mich doch mal zum Casting bewerben.“ Gesagt, getan, allerdings war das Casting für 2018 bereits abgeschlossen, sodass sie für 2019 vorgemerkt wurde. Und dann kam vor wenigen Wochen der Anruf von Sat 1, sie wäre beim Casting dabei. Am 23. Februar ist es nun soweit, „ein bisschen aufgeregt bin ich natürlich schon“.

Hoffen auf die zweite Runde

Zum Live-Casting mitbringen muss sie einen fertigen Kuchen, „Auch dafür hab ich mir schon was Besonderes überlegt“, erzählt die Villingerin. Falls ihr Kuchen dann der Jury mundet, geht es gleich in die zweite Runde, da muss dann nach einer Vorgabe der Jury ein Kuchen live gebacken werden. Erst nach dieser Hürde gehen die erfolgreichsten Bäcker in die Fernsehshow. Doch nichtsdestotrotz, sollte es mit der Fernsehshow nicht klappen, bleibt sie weiterhin die Familienbäckerin, und wer weiß, vielleicht ist es ja auch eine Geschäftsidee für die Zukunft.