Bei der Suche nach einem neuen Feuerwehrkommandanten steht die Stadtverwaltung nach einem mehrwöchigen Bewerbungsverfahren vor einem Scherbenhaufen. Der Personalausschuss hat am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung das Verfahren kurzerhand beendet. Unter den 19 Kandidaten war angeblich keiner dabei, der über eine ausreichende Qualifikation verfügte.

Tags zurvor noch sah dies noch anders aus. Der Feuerwehrausschuss hatte aus dem ursprünglichen Bewerberfeld zwei Kandidaten ausgesiebt und einen davon konkret als neuen Kommandanten empfohlen. Allerdings offenbar mit keinem guten Gefühl. Denn Mitarbeiter der Verwaltung haben im Personalausschuss des Gemeinderates, der am Mittwoch eine Vorentscheidung treffen sollte, nach SÜDKURIER-Informationen zum Ausdruck gebracht, dass auch die beiden besten des Bewerberfeldes unzureichend qualifiziert seien.

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Daraufhin, so berichten Sitzungsteilnehmer, sei von Ausschussmitgliedern angemerkt worden, dass es doch keinen Sinn mache, unterqualifizierte Bewerber in einer persönlichen Präsentation im Ausschuss vorzuführen. Es oblag dann Oberbürgermeister Rupert Kubon, die beiden einbestellten Kandidaten ohne Anhörung nach Hause zu schicken. Der Vorgang löste dem Vernehmen nach bei einigen Stadträten ziemliches Unbehagen aus. Der gesamte Ablauf sei doch ziemlich blamabel, meinte ein Sitzungsteilnehmer.

Zurückgeblieben sei im Personalausschuss und bei der Verwaltungsspitze eine größere Ratlosigkeit. Denn eine zweite Stellenausschreibung könnte zu einem ähnlichen Ergebnis führen wie das jetzige. Schon im Verlauf des Bewerbungsverfahren waren von den verantwortlichen Männern der Feuerwehrführung Bedenken geäußert worden, dass die Qualifikation der Bewerber nicht ausreichend sei, das anspruchsvolle Amt auszufüllen. Angesichts dieser Situation kam aus der Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler der Vorschlag, den ehemaligen Kommandanten Markus Heinzelmann, der 2016 nach internen Auseinandersetzungen das Handtuch geworfen hatte, wieder zu reaktivieren.

Oxana Brunner, die Pressesprecherin der Stadt, bestätigte die Entscheidung im Personalausschuss. Dieser habe entschieden, "dass kein geeigneter Bewerber dabei war". Die Verwaltung werde nun das weitere Vorgehen mit der Feuerwehr besprechen. Aller Voraussicht nach "werden wir ein zweites Bewerbungsverfahren starten". Die Reaktivierung von Ex-Kommandant Heinzelmann "ist derzeit keine Option", erklärte die Sprecherin der Stadt.