Der Frust vieler Besitzer von Dieselfahrzeugen, deren Autos vom Hersteller mit Schummel-Software ausgestattet wurden, ist mehr als nachvollziehbar. Die politisch und umwelttechnisch sauberste Lösung, eine Hardware-Nachrüstung zumindest für Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5, wurde von der Bundesregierung aus Rücksicht auf die Bilanzen der Hersteller abgelehnt. Die Kumpanei zwischen Politik und Industrie konnte nicht augenfälliger zu Tage treten. Der kleine Dieselfahrer, sofern er nicht klagt, bleibt auf seinem Wertverlust sitzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ausbaden müssen diese Politik jetzt die Gerichte, die von einer Welle mit abertausenden Schadenersatzklagen überrollt werden. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Im Zuge des VW-Diesel-Skandals kam das Thema Musterfeststellungsklage wieder auf die politische Tagesordnung. Zum 1. November 2018 hat die Bundesregierung dafür die gesetzlichen Möglichkeiten geschaffen. Verbraucherschützer sprechen von einem Meilenstein in der Gesetzgebung. Bis Februar hatten sich bereits rund 400 000 VW-Kunden einer Musterklage gegen VW angeschlossen. Auch die anderen Autohersteller mit Betrugs-Software müssen sich warm anziehen. Die nächsten Monate werden das ganze Ausmaß der Folgewirkungen zeigen.Das neue Instrument kann Verbrauchern in Zukunft in vielen Bereichen einfacher zu ihrem Recht verhelfen.