„Wir haben keine Stühle mehr“, freute sich Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple über das große Interesse der Marbacher Bürger beim Informationsabend des Zweckverbandes Breitbandversorgung Schwarzwald Baar in der Marbacher Turnhalle. Selbst die zusätzlichen Bänke aus den Umkleideräumen reichten nicht für die über 300 Marbacher aus, die gespannt darauf waren, wie es mit dem Breitbandausbau im Ort weitergeht.

Franz-Josef Holzmüller, Leiter des Amtes für Stadtentwässerung und Breitband, gab einen Überblick über den schrittweisen Ausbau des Glasfasernetzes in Villingen-Schwenningen. Jährlich stehen fünf Millionen Euro für den Ausbau zur Verfügung, begrenzt auf 50 Millionen Euro. „Herzgenweiler und Rietheim sind derzeit in Arbeit und mit Marbach und Villingen Süd geht es weiter", so Holzmüller mit dem Hinweis, dass sich die Investitionen auch wertsteigernd auf die Grundstücke auswirken.

Nach seinem Vortrag stand Jochen Gabanis, Geschäftsführer vom Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwild Baar, den Fragen der ...
Nach seinem Vortrag stand Jochen Gabanis, Geschäftsführer vom Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwild Baar, den Fragen der Marbacher Rede und Antwort.Bild: Roland Dürrhammer

Sprachlos und erfreut zeigte sich der Zweckverbands-Geschäftsführer Jochen Cabanis über das Interesse der Bürger in dem Teilort. „Die Marbacher wollen wirklich“, so der Eindruck von Cabanis.

Ein Video verdeutlichte den Interessenten, was eine Glasfaserverbindung heute alles schon leisten kann und wie man für die Zukunft bestens damit gerüstet sei. „Wenn die Kupferleitungen an ihre Grenzen stoßen, dann läuft sich die Glasfaserverbindung erst richtig warm“, so Cabanis mit dem Hinweis, dass zukünftig immer mehr Bandbreite erforderlich sein wird.

Mit diesem Interesse der Marbacher Bürger hatte niemand gerechnet. Selbst die Bänke aus den Umkleideräumen wurden als Sitzgelegenheit ...
Mit diesem Interesse der Marbacher Bürger hatte niemand gerechnet. Selbst die Bänke aus den Umkleideräumen wurden als Sitzgelegenheit benötigt.Bild:Roland Dürrhammer

„Deutschland als Exportweltmeister liegt mit 2,6 Millionen Anschlüssen ganz hinten in der Tabelle“, so Cabanis. Ziel für den Zweckverband sei es, bis Ende 2018 10 000 Anschlüsse zu erreichen. „Wo als erstes gebaut wird, entscheidet die Stadt, weil von dort das Geld zur Verfügung gestellt wird“, erklärt Cabanis.

So sehen der Zeitplan und die möglichen Kosten aus

  • Der Zeitplan: Wichtig sei es, so Jochen Cabanis, dass die Bedarfsmeldungen bis zum 30. März diesen Jahres vorliegen. „Je mehr Bedarfsmeldung eingehen, umso mehr Fördergelder erhalten wir vom Land. Danach läuft das Ausschreibungsprozedere und der Baubeginn könnte im Herbst 2018 erfolgen, sofern die Förderzusage vorliegt“ so Cabanis. Ziel sei es, dass die Arbeiten bis Ende 2019 abgeschlossen sind.
  • Die Kosten: Die Glasfaserleitungen werden bis an die jeweilige Grundstücksgrenze verlegt. Hierfür entstehen für die Grundstückseigentümer keine Kosten, so die Ausführungen von Cabanis. Die Kosten für die Weiterführung ins Gebäude trägt der Eigentümer. Je nach örtlichen Gegebenheiten wie Rasenflächen, Pflasterungen oder Versiegelungen liegen die Richtwerte bei 60 bis 120 Euro pro Meter. Die Hauseinführung kostet 600 und die Anschlussdose 350 Euro. Bis auf die Anschlussdose bleibt es dem Eigentümer überlassen, ob er die Arbeiten selbst übernimmt oder ausführen lässt. Es besteht keine Inbetriebnahmeverpflichtung, wenn die Anschlussdose installiert ist.
  • Der Betreiber: In einer europaweiten Ausschreibung ist die Firma Stiegeler GmbH aus Schönau als Sieger hervorgegangen, die auch schon das Netz im benachbarten Brigachtal betreibt. „Mit Stiegeler hat der Beste für den Zweckverband und der Beste für die Verbraucher gewonnen“, sagt Cabanis. Die Firma Stiegeler wird sich in der Mitte der Bauphase den Bürgern in einer ähnlich gelagerten Veranstaltung vorstellen und über ihr Leistungsangebot informieren.
  • Was ist zu beachten? Die Marbacher sollten ihre Verträge nicht selber kündigen. Dies übernimmt der Betreiber, damit die Umstellung übergangslos erfolgt und auch die Rufnummern mitgenommen werden können. Des Weiteren sollten an bestehenden Verträgen keine Änderungen vorgenommen werden, weil sich damit die Vertragslaufzeit automatisch verlängert. Vorzeitiger Ausstieg aus den Verträgen ist in der Regel nicht möglich. Ob bestehende Rohre von Versorgungsleitungen für die Glasfaserleitung benutzt werden können, muss der Eigentümer mit seinem Energieversorger abstimmen. Über eventuell schon verlegte Leerrohre und wo diese verlaufen, kann auch der Architekt Auskunft geben. Über alle Fragen rund um die Breitbandversorgung gibt der Zweckverband gerne Auskunft. Über das Leistungsangebot für den Breitbandanschluss informiert die Firma Stiegeler. (rod)