Es war kurz vor acht Uhr morgens, als scheinbar alle VS-Rettungskräfte Richtung Ifängle eilten: Zahlreiche Krankenwagen, viele Feuerwehr-Fahrzeuge und dann kam auch noch der Rettungshubschrauber. Der Brand war eigentlich überschaubar und klar im Keller zu verorten. Nur: Wo genau prasselten dort die Flammen? VS-Kommandant Ralf Hofmann sagte, „wir haben zunächst nicht genau sehen können, wo wir hinmüssen.“Die offenbar weiträumig unterkellerte und winkelförmig angelegte Immobilie war maximal verraucht.

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Das eigentliche Problem sei aber, so Hofmann nachmittags in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER, die starke Hitze auf engstem Raum gewesen. Wie Brennkammern ging es wohl in den Kellerräumen zu, „da haben wir schon Sorge, dass uns der Schutzschild vor dem Gesicht schmilzt“, schildert der Kommandant weiter. Normalerweise entweiche Brandhitze zu Teilen durch Obergeschosse und Dach. Dies sei, so Hofmann, hier den Vormittag über nicht möglich gewesen. Deshalb der Sonderfall dieses Einsatzes.

Sieben Stunden lang dauerte der Einsatz. Um 11 Uhr kam VS-OB Jürgen Roth sorgenvoll herbeigeeilt. Wer den Einsatz verfolgte, der hatte aber den Eindruck von äußerst geordneten Abläufen. Auf einem Switchboard waren am Straßenrand die Grundrisse der Einrichtung markiert, für die Wehrleute war ein Zelt auf einem Nachbargrundstück zum Ausruhen aufgebaut. Manche Retter schafften es nach der Herausforderung der Löscharbeiten unter Atemschutz aber manchmal nicht mehr. so weit zu gehen. Teils völlig ausgepowert saßen sie oft auf den Trittbrettern ihrer roten Fahrzeuge und sammelten sich erst einmal.

Gegen Mittag entzündete sich dann doch die Holzfassade des Anwesens. „Die Flammen fraßen sich die Wände empor und auch auf dem Flachdach brannte es in der Konstruktion“, schildert Hofmann weiter. Ein Feuerwehrmann stapfte mit einer riesigen Axt los. Das Dach musste aufgeschlagen werden, um die brennenden Ebenen des Aufbaus überhaupt sicher ablöschen zu können.

Auf dem Firmenhof standen die Eigentümer und die Mitarbeiter. Sie mussten mit ansehen, wie schließlich auch wahre Löschwassermengen von oben ins Erdgeschoss drängten, die Kieselabdeckung vom Dach wurde mitgeschwemmt in die Firmenräume hinein. Bilder wie bei einem Erdrutsch, nur dass sich das Ganze in einem Villinger Familienbetrieb abspielte, der morgens noch elanvoll mit 19 Mitarbeitern in die neue Woche starten wollte.

Als das Schicksal seinen Lauf genommen hatte, gab es erste, sehr rasche Ermittlungsergebnisse der Polizei. Wohl ein technischer Defekt, verlautbarte ein Sprecher. Für den Betrieb eine gute Nachricht, offenbar keine Fahrlässigkeit, kein Eigenverschulden.

Firmeninhaber Gerold Engstler war nachmittags gefasst. „Ich kann nicht sagen, wie es weitergeht“, sagte er zum SÜDKURIER. Die nächsten Tage müssen eine Antwort bringen: Auch dazu, ob das übriggebliebene Gebäude statisch noch hält und saniert werden kann oder nicht. Gerold Engstler führt die Firma in der dritten Generation. Auch Wetterhäuschen werden bei den Kuckucksuhren-Spezialisten hergestellt. An diesem Montag im August 2019 standen die Zeichen hier klar auf Sturm.