Kräftige Regenschauer und Gewitter zogen von Montag auf Dienstag über Villingen-Schwenningen hinweg. In nur einer Nacht ergoss sich über der Doppelstadt so viel Wasser wie normalerweise in einem halben Monat. Der SÜDKURIER hat beim Wetterdienst, der Feuerwehr und den Technischen Diensten nachgefragt, wie heftig das Unwetter tatsächlich ausfiel und welche Folgen es für die Stadt hatte.

  • Das sagt der Meteorologe: „Es ist schon ordentlich“, kommentiert Stefan Zender vom Wetterkontor die Niederschlagsmenge der Unwetternacht in Villingen-Schwenningen. 40,4 Liter Wasser pro Quadratmeter seien zwischen Montagabend, 20 Uhr, und Dienstagmorgen, 8 Uhr, vom Himmel gefallen, so der Meteorologe: „Im Schnitt beträgt die Niederschlagsmenge für den gesamten Monat Juni 80 bis 100 Liter.“ Die Radarbilder zeigten, dass in der Nacht mehrere Gewitter über die Region hinweg gezogen seien. Der Grund, dass der Süden Deutschlands von einem so starken Unwetter heimgesucht wurde, sei dessen geografische Lage, erklärt Zender: „Zum einen kommt warme Luft aus dem Süden Europas zu uns, gleichzeitig strömt aus dem Westen und Norden kühle Luft herein.“ Deshalb habe sich das Gewittertief direkt über Deutschland formiert, so Zender.
  • Das sagt die Feuerwehr: Zweimal musste die VS-Feuerwehr in der Nacht von Montag auf Dienstag ausrücken, wie Feuerwehrkommandant Ralf Hofmann auf SÜDKURIER-Nachfrage mitteilt. In je ein Gebäude in Villingen und Schwenningen sei Wasser eingedrungen. „Beim Gebäude in Villingen hatte das Regenrohr zu viel Wasser, es kam zu einem Rückstau und das Wasser gelangte dann durch die Spüle in eine Wohnung“, erklärt Hofmann. Verglichen mit dem Großraum München, wo es zu Hagelschauern kam, sei die Situation in Villingen-Schwenningen aber alles andere als dramatisch gewesen. „Insgesamt war es richtig ruhig und entspannt“, betont Hofmann.
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  • Das sagen die Technischen Dienste: Die Technischen Dienste der Stadt bestätigen, dass die Unwetternacht keine schwerwiegenden Folgen hatte. „Die Niederschlagsmenge war an der Grenze, ab der es schwierig werden könnte“, erklärt die Pressesprecherin der Stadt, Oxana Brunner, auf Nachfrage. Die Technischen Dienste und die Kläranlage hätten Bereitschaft gehabt. Es sei allerdings zu keinen wesentlichen Störungen gekommen. „Es gab zwei Störungsmeldungen bei zwei Einlaufschächten, wo die Schieber verstopft waren“, so Brunner. Kanäle seien keine übergelaufen.
  • Das sagt die Polizei: Auch für den Straßenverkehr verlief das Unwetter glimpflich. Wie die Polizei in einer Pressemeldung mitteilte, kam es aufgrund von Aquaplaning zu einem Unfall: Ein 54-jähriger Autofahrer war in der Nacht auf Dienstag mit seinem Mercedes auf der A 864 am Autobahndreieck Bad Dürrheim unterwegs. Gegen 1.20 Uhr geriet der Mercedes bei Starkregen ins Schleudern und prallte gegen die Mittelleitplanken. Von dort wurde das Auto abgewiesen, schlitterte über die gesamte Fahrbahn und schrammte die Außenleitplanken. Der entstandene Schaden wird auf rund 50 000 Euro geschätzt. Der Fahrer blieb unverletzt.
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