Kaum sind die heißesten Tage des Jahres vorbei und der Spätsommer hält Einzug im Schwarzwald, wird an manchen Tagen schon wieder über zu niedrige Temperaturen gejammert. Ist es hingegen wärmer als 25 Grad, wähnt sich manch ein Nörgler schnell „wie im Backofen“. Dabei haben die meisten in ihren klimatisierten Büros und gedämmten Häusern Wohlfühltemperaturen – zumindest verglichen mit diesen Arbeitsplätzen.

Bis zu 820 Grad heißes Metall

In den Hallen der Aluminium Werke in Villingen (AGVS) ist es überall relativ heiß. Aber in der Schmelzerei ist es mit Abstand am wärmsten. Hier wabern jeweils etwa 800 Kilo Flüssigmettall in den Schmelzkesseln. Zwischen 720 und 820 Grad ist die Masse heiß, aus der Aluminium hergestellt wird. „Allein durch die Abwärme der Kessel haben wir hier um die 50 Grad Raumtemperatur“ erzählt Udo Kibler, Meister bei den AGVS.

Flüssiges Aluminium in Quarzsand-Formen

Mehr als 200 Mitarbeiter arbeiten bei den AGVS, die hauptsächlich Aluminium-Produkte für Nutzfahrzeuge und den Maschinenbau herstellen. Man presst zunächst Formen aus Quarzsand, in diese gießt man dann die heiße Masse, so entsteht das maßgefertigte Aluminium-Produkt.

Obendrein langärmelige Schutzkleidung nötig

Hierbei ist nicht ausgeschlossen, dass das sehr heiße Flüssigmetall auch mal spritzt, daher ist sowohl in der Gießerei als auch in der Schmelzerei langärmlige Schutzkleidung erforderlich, die natürlich zusätzlich wärmt.

Rund 50 Grad in der Halle

Da hilft nur eins: Abkühlung. Diese finden die Mitarbeiter im Pausenraum oder im Freien, wo die Firma einen Pausenbereich hat. Helmut Züfle, technischer Leiter, meint: „Draußen Pause ist immer besser“. Kühler als die 50 Grad in der Halle sei es ja selbst im heißesten Villinger Sommer auf jeden Fall.

Trotz moderner Technik: So ein Pizzaofen wird einfach sehr heiß. Kapuzinerhof-Chef Salvatore Mirenna und seine Mitarbeiter sind aber begeistert von dem modernen Gerät.
Trotz moderner Technik: So ein Pizzaofen wird einfach sehr heiß. Kapuzinerhof-Chef Salvatore Mirenna und seine Mitarbeiter sind aber begeistert von dem modernen Gerät. | Bild: Silke Weidmann

Ein heißer Hauch wie in der Wüste

Sahara-Temperaturen von über 40 Grad herrschen auch am Pizzaofen von Salvatore Mirenna. Obwohl der Kapuzinerhof-Chef im Restaurant in der Niederen Straße in einen Lavasteinofen der neuesten Generation investiert hat, bleibt es nicht aus: Spätestens beim Öffnen der Ofentür schlägt einem die Hitze entgegen.

Zufriedenheit der Gäste macht Hitze gleich erträglicher

Aber das Kapuzinerhof-Team ist begeistert von der Technik und dem Bedien-Komfort des modernen Geräts. Und der Chef meint stolz, „dass die Pizza sehr lecker ist, hören wir öfters“. Wenn die Gäste zufrieden sind, fällt die Arbeit bei Hitze dann gleich leichter.

Jedes Produkt hat seine optimale Lagerungstemperatur. Ismail Mohammad bringt im Blessingmarkt frisches Gemüse an den passenden Ort.
Jedes Produkt hat seine optimale Lagerungstemperatur. Ismail Mohammad bringt im Blessingmarkt frisches Gemüse an den passenden Ort. | Bild: Silke Weidmann

Obst und Gemüse brauchen kühle Temperaturen

Besonders kälteempfindlich sind sie nicht: Die Mitarbeiter des Obst- und Gemüsegroßhandels Blessingmarkt in der Singener Straße. Auf 1200 Quadratmetern gekühlter Fläche lagert hier Obst und Gemüse, mit dem Gastronomen, Caterer, Mensen, Kantinen und einige Einzelhändler im Umkreis von etwa 100 Kilometern beliefert werden.

Feinkost lagert am kältesten

In den Lagerhallen gibt es sechs verschiedene Temperaturzonen. Am kältesten ist es mit zwei Grad im Feinkost-Kühlhaus, bei den Exoten und Bananen hingegen ist es bei acht bis zehn Grad am wärmsten.

Nicht jeder braucht die dicke Arbeitskleidung

Der Familienbetrieb beschäftigt 45 Mitarbeiter. Sie werden mit einem Satz Arbeitskleidung ausgestattet, der vom T-Shirt über die Weste bis hin zur Winterjacke Kleidungsstücke für jedes Kälteempfinden bereit hält. Ein Stück weit scheint man sich auch an die Temperaturen zu gewöhnen. Juniorchef Johannes Blessing erzählt: „Hier sind auch Leute, die schon 20 Jahre bei uns arbeiten und nur noch im Pulli rumlaufen, die frieren nicht mehr.“

SERC-Torhüter und Nationalspieler Dustin Strahlmeier kommt beim Training auch auf dem kühlen Eis ins Schwitzen.
SERC-Torhüter und Nationalspieler Dustin Strahlmeier kommt beim Training auch auf dem kühlen Eis ins Schwitzen. | Bild: Silke Weidmann

Arbeitsplatz auf dem blanken Eis

Moderate 17 Grad herrschen auf der Tribüne in der Eishalle des SERC, wie Pressesprecher Kai Blandin berichtet. Auf dem Eis ist es zwar deutlich kälter, doch sind die Eishockeyspieler durch ihre Kleidung für kalte Temperaturen gerüstet. Seit Anfang August ist die Mannschaft wieder im Training. Kälte sei für die Spieler kein Problem, eher zu warme Außentemperaturen.

Der Sport hält die Spieler warm

Der SERC-Torhüter und Nationalspieler Dustin Strahlmeier erklärt: „Die Eisqualität ist besser, wenn es draußen kalt ist. Ist die Außentemperatur sehr hoch, wird das Eis trotz optimaler Kühlung automatisch weicher“. Für extreme Kälte gebe es extra Eishockey-Kleidung, doch die nutze er nicht. Der Eishockey-Profi meint: „Wenn man Sport macht, schwitzt man sowieso.“

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Den aus Sicht vieler Eishockey-Fans wahrscheinlich coolsten Job der Doppelstadt hat Eismeister Hermann Vikoler, der mit seinem Team seit Anfang August nun wieder täglich für die Beschaffenheit des Eises und die Präparierung des Eishockey-Spielfeldes verantwortlich ist.