Schwarzwald-Baar – Seit Ende 2016 ist in der Klinik für Urologie und Kinderurologie und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Schwarzwald-Baar Klinikum das 2,5 Millionen Euro teure Roboter-System Da Vinci Xi im Einsatz. Knapp eine Tonne wiegt alleine der Instrumentenwagen mit den vier Roboterarmen. Doch trotz dieser gewaltigen Masse sind damit Operationen möglich, die in Sachen Präzision und Ergebnis vorbildlich sind. Rund 30 minimalinvasive Eingriffe – das sind Operationen, die über vier bis fünf fingergroße Zugänge im Körperinneren erfolgen – wurden allein in der Urologie seither erfolgreich damit bewältigt. Ein Arzt steuert dabei die Roboterarme millimetergenau im Bauch des Patienten. Die Steuerkonsole selbst steht einige Meter entfernt. So futuristisch diese Szene aussehen mag, die Technik funktioniert und hat viele Vorteile, vor allem für Patienten.

 

 

OP-Video

Der SÜDKURIER hat den Ärzten während einer Operation über die Schultern geschaut und sich mit Patient Robert Gaspar aus Gosheim vor und nach seiner Operation unterhalten.

 

„Fühlt sich an wie ein Muskelkater“

 

Robert Gaspar (41) aus dem Kreis Tuttlingen ist froh, dass es diese schonende Operationstechnik gibt und hofft, dass er bald wieder als Werkleiter arbeiten kann.
Robert Gaspar (41) aus dem Kreis Tuttlingen ist froh, dass es diese schonende Operationstechnik gibt und hofft, dass er bald wieder als Werkleiter arbeiten kann. | Bild: Jens Fröhlich

Robert Gaspar aus Gosheim war bereits 24 Stunden nach seiner Operation am Nierenbecken wieder auf den Beinen. „Das fühlt sich an wie ein Muskelkater“, erzählt der 41-jährige Werkleiter. Unangenehmer sei der Drainageschlauch bei bestimmten Bewegungen, den er während der Wundheilung noch im Bauch habe. Fünf bis sieben Tage muss er bei normalem Verlauf im Klinikum bleiben.

Bei der herkömmlichen OP-Technik mit langem Schnitt durch die Bauchdecke hätte er mindestens zehn Tage stationär bleiben müssen, ist sich Oberarzt Stefan Lusebrink sicher.

Gaspar war im Januar mit starken Rückenschmerzen zum Arzt gegangen. Es folgten im Zwei-Wochen-Rhythmus weitere Untersuchungen mit Ultraschall und Computertomografie. Dann stand fest, dass seine Beschwerden durch eine Enge im Übergang von Nierenbecken zum Harnleiter hervorgerufen wurden. Flüssigkeit staute sich im Bauchraum an. Folgeschäden für die Niere waren möglich.

Im Tuttlinger Krankenhaus wurde dem 41-Jährigen dann die schonende OP-Technik im Schwarzwald-Baar Klinikum empfohlen. Und dieses Angebot nahm Gaspar gerne an, weil er sich noch lebhaft an die Schmerzen einer Leistenbruch-OP im Kindesalter erinnern kann. „Ich fühl mich hier gut aufgehoben, alles läuft professionell ab“, so Gaspar. Daher sah er der dreistündigen Operation auch gelassen entgegen. Ein komisches Gefühl hatte er nicht. „Am Roboter sitzt ja auch ein Mensch. Ich finde es klasse, dass es diese moderne Technik hier in der Region gibt.“