Nachdem im Frühsommer des vergangenen Jahres für die Südstadt die Planungen für einen Neubau des Pflegeheims St. Lioba in unmittelbarer Nachbarschaft des Bestandsgebäudes abgeschlossen waren, mussten vor Einreichung des Bauantrages die Bodenbedingungen untersucht werden. Dabei hat sich lau Caritas-Geschäftsführer Michael Stöffelmaier nun „leider in zwei unabhängig beauftragten Gutachten ergeben, dass der Baugrund so schlecht ist, dass die Umsetzung des Vorhabens mit zusätzlichen Kosten in Höhe von mindestens vier Millionen Euro verbunden“ wäre. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass es sich bei dem Gelände um einen früheren Steinbruch handelt, der im Laufe der Zeit verfüllt wurde.

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Die Höhe der zusätzlichen Kosten haben den Träger laut Stöffelmaier nun „veranlasst, die Planungen an diesem Standort auszusetzen und nach Alternativen zu suchen.“ Mit Unterstützung einer auf die Umsetzung der Landesheimbauverordnung spezialisierten Kanzlei sei mit der Heimaufsicht nun eine Vereinbarung geschlossen worden, die es erlaube, das Bestandsgebäude noch bis Ende 2028 weiter zu betreiben. Bedingung sei allerdings die Umsetzung einiger Anpassungen.

So soll laut dem Caritas-Chef im Gebäude auf das Wohngruppenkonzept umgestellt werden. Es würden am Ende der Anpassungen im Jahr 2021 acht Wohngruppen mit einer Größe von elf bis 16 Bewohnern entstanden sein, die mit eigenen Küchen- Hauswirtschafts- und Gruppenräumen ausgestattet sind. Ferner soll ein allen DIN- Vorschriften genügendes behindertengerechtes Zimmer und eine auch durch (Ehe)-Paare nutzbare Einheit entstehen.

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Die Umgestaltungen haben laut Stöffelmaier allerdings zur Folge, dass das Altenheim St. Lioba am Ende insgesamt „elf Bewohnerzimmer weniger anbieten kann. Die erforderlichen Personalanpassungen werden ohne Kündigungen, auf Basis der normalen Personalfluktuation umgesetzt“, betont der Caritas-Leiter.

Für die Bewohner, die Angehörigen und die Mitarbeitenden bestünde „nun endlich Klarheit, wie es mit St. Lioba bis 2028 weitergehen wird“, sieht der Caritas-Chef die Entwicklungen dennoch positiv. Um 2028 dann tatsächlich auch einen Neubau präsentieren zu können, gingen die Planungen dafür an einem anderen Standort parallel weiter, formuliert Michael Stöffelmaier abschließend.

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Im Liobahaus gab es sowohl im Pflegeheim wie auch im Betreuten Wohnen energische Widerstände gegen eine Bebauung auf dem vorhandenen Grundstück. Das Areal ist eine über gewachsene Naherholungslandschaft, die für die Bewohner bedeutsam ist. Der alte Baumbestand bietet auch im Sommer schattige Wege und Plätze.