Zum Ende des Jahres wird der Folk-Club seine Veranstaltungen in der Scheuer einstellen. Das berichtet der Club in einer Pressemitteilung. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, man sehe aber keine andere Möglichkeit.

Die Auflage, Konzertveranstaltungen bereits um 22 Uhr zu beenden, habe den Folk-Club in seiner Existenz bedroht. Daraufhin habe der Verein viel Zuspruch und Solidarität erfahren, durch das Publikum und auch durch die meisten im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Seitens der Stadtverwaltung sei signalisiert worden, dass man nach einer Lösung suche.

Es wurde angedacht, durch einen Umbau Konzerte ins Jugendhaus zu verlegen. Mehrmals wurde angekündigt, den Bau einer Lärmschutzwand zum angrenzenden Wohngebiet zu prüfen. Nichts davon aber sei binnen zwei Jahren passiert, beklagt der Folk-Club. Schließlich hätten sich die Bemühungen der Verwaltung darauf beschränkt, dem Folk-Club nahezulegen, mit den Veranstaltungen in die neu zu bauende Halle am Klosterhof umzuziehen.

 

Entscheidung ist kritikwürdig aber juristisch nicht anfechtbar

 

"Wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass Konzertveranstaltungen, wie sie der Folk-Club anbietet, in den Kernbereich einer lebenswerten Stadt gehören – ebenso wie beispielsweise das Theater am Ring, die Tonhalle, die städtische Galerie oder die Kinos", so der Club in seiner Pressemitteilung. In der Scheuer endeten Konzertveranstaltungen nun seit fast drei Jahren um 22 Uhr. Eine Zeit, zu der solche Veranstaltungen in anderen Städten manchmal erst begönnen. Dies sorge nicht nur beim Publikum für Unverständnis, sondern auch bei den Künstlern. Der Folk-Club schreibt: "Mit der überwältigenden Mehrheit der Anwohner im Bereich der Scheuer pflegen wir ein sehr gutes Verhältnis. Dass die geltende Rechtslage zum Lärmschutz es einer einzelnen Person ermöglicht, eine über Jahrzehnte gewachsene, geschätzte Kulturinstitution innerhalb kurzer Zeit zu zerstören, ist sicherlich bedenkenswert und kritikwürdig, juristisch anfechtbar ist es jedoch nicht."

Aber der Folk-Club bleibt weiter kämpferisch: "Das Ende unserer Konzerte in der Scheuer bedeutet jedoch keineswegs das Ende des Folk-Clubs (...) Wir werden weiterhin unserem Vereinsziel treu bleiben, Konzertveranstaltungen in dieser Stadt anzubieten. Wenn nicht in der Scheuer, dann an einem anderen geeigneten Ort im Zentrum Villingens."