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Der Unfallschwerpunkt Stumpenkreuzung erhält keinen Kreisverkehr. Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik lehnte den Baubeschluss mit einer Stimme Mehrheit ab. Weilersbach Ortsvorsteherin Silke Lorke, im Ausschuss selbst nicht stimmberechtigt, aber anwesend, zeigte sich nach der Abstimmung "bitter enttäuscht". Der nächste Unfall wird kommen, prophezeite sie.

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Das sah die Mehrheit der Kreisräte anders, nur die Fraktion der Freien Wähler war geschlossen dafür (außerdem der FDP-Vertreter). Die Fraktionen von CDU und Bündnisgrünen plädierten nicht einheitlich, die SPD sprach sich dagegen aus. Die Kreistagsverwaltung hatte zuvor das Projekt unterstützt. Der Leiter des Straßenbauamts, Gerold Günzer, betonte, dass es um die Verkehrssicherheit gehe. Zwar habe sich das Verkehrsaufkommen auf der inzwischen in Richtung Weilersbach halbseitig gesperrten Gemeindeverbindungsstraße von rund 900 auf 1200 Autos pro Tag erhöht – das ist eine Zunahme um 34 Prozent -, dennoch liege das unter der Nutzung einer durchschnittlichen Kreisstraße: Die beträgt 2400 Fahrzeuge je 24 Stunden.

26 Unfälle

680 000 Euro hätte der Kreisverkehr gekostet, doch selbst die Christdemokraten wollten diese Investition nicht geschlossen billigen. VS-Oberbürgermeister Jürgen Roth plädierte für den Bau und führte vor allem Sicherheitsgründe an. Ein flammendes Plädoyer hielt der Freie Wähler Ernst Reiser für einen Kreisverkehr. Es gehe vor allem um Menschenleben, argumentierte er. Seit 2010 ereigneten sich an dieser Stelle 26 Unfälle mit mehreren Schwer- und Leichtverletzten. Vor diesem Hintergrund sah es Reiser als "belämmernd" an, was sich im Kreistag abspielte, es sei unverantwortlich gegenüber Menschenleben und Verkehrsteilnehmern.

Kommt jetzt Schranke?

SPD-Sprecher Edgar Schurr kritisierte dagegen, dass die Stadt Villingen-Schwenningen Maßnahmen, wie die halbseitige Sperrung, nur zögerlich umsetzte. Seit September vergangenen Jahres ereignete sich aber kein Unfall mehr, der Unfallschwerpunkt im Querungsverkehr wurde also minimiert. Er könne sich sogar eine Vollsperrung der Gemeindeverbindungsstraße vorstellen, beispielsweise mithilfe einer Schranke. Aus seiner Sicht gebe es keine Präferenzen für diese Kreuzung, und er fragte an, wie viele Kreisverkehre im Kreisgebiet in ähnlichen Situationen gebaut werden müssten.

Unterdurchschnittliche Nutzung

Armin Schott (Bündnisgrüne) betonte, dass sich auch die drei Mitglieder seiner Fraktion bei der Entscheidungsfindung schwertaten, "kein Mensch nimmt Menschenleben leicht". Doch die Straßennutzung sei unterdurchschnittlich, und die Weilersbacher hätten zwei Alternativtrassen. Er regte an, den Kreuzungspunkt aus Richtung Obereschach zu versetzen, was das Straßenbauamt aber bereits geprüft und abgelehnt hatte.

Diskussion seit 2012

Adolf Baumann (FDP) setzte sich vergeblich dafür ein, den Unfallschwerpunkt zu minimieren. Mit der extrem knappen Abstimmung setzte der Kreistag nun einen Schlusspunkt unter eine Jahre lange Diskussion und einen nicht endend wollende Geschichte, wie sich Landrat Sven Hinterseh ausdrückte. Bereits 2012 wurde erstmals auf die hohe Unfallhäufigkeit an dieser Stelle aufmerksam gemacht. Die Ursache war fast immer dieselbe: Autofahrer aus Richtung Obereschach ignorierten die Stopp-Stelle und kollidierten beim Überqueren mit einem vorfahrtsberechtigten Fahrzeug auf der Kreisstraße.