Unversehens rückt die Auseinandersetzung um ein neues Verwaltungszentrum auf dem Villinger Kasernengelände Mangin ins Zentrum des Oberbürgermeister-Wahlkampfes. Grund der Aufregung: die schlechte Wahlbeteiligung in Schwenningen, das ausgezeichnete Abschneiden von CDU-Kandidat Jürgen Roth dort und ein SÜDKURIER-Bericht vom Dienstag, in der einzelne Gemeinderäte eine Verschiebung der Sondersitzung zum neuen Verwaltungszentrum ins Spiel brachten, um dem neuen Oberbürgermeister die Chance zur Mitwirkung zu geben. Auf dem früheren Kasernengelände sollen große Teile der Verwaltung gebündelt werden. Einige Schwenninger sehen dieses Projekt kritisch, der von SPD und Grüne unterstützte Bewerber Jörg Röber will nun, dass sich die wichtigen Kandidaten dazu klar positionieren. Das vermisst er vor allem bei seinem Hauptkonkurrenten, dem auch von der CDU unterstützten Tuninger Bürgermeister Jürgen Roth.

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Außerdem forderte Röber gestern auf einer Pressekonferenz die Gemeinderäte auf, bei der Sondersitzung am 8. November abzustimmen und nicht bis ins neue Jahr zu warten, bis der neue Oberbürgermeister im Amt sei. Sollte der Gemeinderat die Entscheidung solange aufschieben, könnten Fristen verpasst, das Projekt möglicherweise „auf den St. Nimmerleinstag“ vertagt werden, denn dann könnte auch noch der Vorschlag aufkommen, die Kommunalwahl abzuwarten. Röber, der nach eigener Aussage die aktuellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen nicht kennt, ist ein glühender Befürworter des Verwaltungszentrums. Die Bündelung von Teilen der Verwaltung in Mangin sei notwendig, um Einsparungen zu erzielen. „Wir brauchen das Geld für die Kindergärten, Straßen und Schulen“, betonte er. Gerade auch Schwenningen werde davon stark profitieren, denn in einem nächsten Schritt müsse ja das Schulzentrum am Deutenberg saniert werden. Röber wirft Jürgen Roth vor, „Nebelkerzen zu zünden“. So wolle Roth im Falle seiner Wahl zunächst Bürger befragen, um festzustellen, wie gut sie das Kasernengelände Mangin erreichen können. Doch diese Bürgerbefragung „auf einer breit angelegten Basis“ gebe es bereits, sagte Röber: Darin sprächen sich die angesprochenen Villingen-Schwenninger mehrheitlich für das Verwaltungszentrum aus.

 

Dritter Bürgermeister?

Roth drücke sich nach Ansicht Röbers um eine klare Position, denn vor allem Schwenninger kritisieren das Projekt auf Mangin. Sie sehen sich durch den Abzug der technischen Ämter und des Bürgermeisters benachteiligt und halten das große Amt für Jugend, Bildung und Integration, das in das Rathaus einziehen soll, für keinen gleichwertigen Ersatz. Vor allem der Weggang des Bürgermeisters schmerzt sie auch emotional, was Röber nachvollziehen kann. Er könnte sich daher einen Sozialbürgermeister vorstellen, aber „nur wenn es fachlich und sachlich“ begründet ist. Der würde dann ins Schwenninger Rathaus einziehen. Klar ist Röbers Haltung zu den Gemeinderatssitzungen: Einen ständigen Ratssaal soll es in Mangin nicht geben, die Gremien treffen sich wechselnd in Villingen und in Schwenninger in der neuen Halle, sollte er zum Oberbürgermeister gewählt werden.

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