Der Winter steht vor der Türe. Jetzt mummeln sich Menschen in dicke Winterjacken, bevor sie ihre Wohnungen verlassen. Mützen, Schals und Handschuhe schützen kälteempfindlichen Stellen, Einlegesohlen und gefütterte Stiefel halten von unten her warm. Zuhause werden Kachelöfen und offene Brennstellen angeheizt. Die Menschen wissen, sich an kalten Tagen zu helfen. Diese Fähigkeit wird gerne auch Tieren zugeschrieben. Was auf Wildtiere in vielen Fällen sicher auch zutrifft, ist bei Haustieren nicht immer der Fall. Sie haben sich an die Menschen gewöhnt, sind abhängig von ihnen und haben die Fähigkeit, in der freien Wildbahn zu überleben, weitestgehend verloren, oder eben nie gelernt.

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Und sie können ihren Besitzern nur schwer mitteilen, wenn sie frieren und es ihnen nicht gut geht. Haustierbesitzer sollten daher Verantwortung übernehmen und Vorkehrungen treffen, damit ihre tierischen Mitbewohner gut durch den Winter kommen. Darauf macht nun auch der Tierschutzverein Villingen-Schwenningen aufmerksam und gibt folgende Tipps.

Für Katzen

„Sie sind durch ihr wärmendes Fell meist gut vor der Kälte geschützt. Im Idealfall entscheiden Katzen selbst, wie oft und wie lange sie sich im Kalten aufhalten“, erklärt Natascha Schneider vom Tierschutzverein. „So wie meine Katzen Willi und Karline. Sie sind seit Wochen immer nur ganz kurz draußen.“ Katzenbesitzer sollten daher darauf achten, dass Freigänger jederzeit wieder zurück in die Wohnung oder ins Haus gelangen können, zum Beispiel über eine Katzenklappe.

Vor allem im Winter sollten Katzen jederzeit die Möglichkeit haben durch eine Katzenklappe in die Wohnung zu kommen, so wie die beiden Katzen Willi und Karline von Natascha Schneider aus Dauchingen. Bild: Tierschutzverein VS
Vor allem im Winter sollten Katzen jederzeit die Möglichkeit haben durch eine Katzenklappe in die Wohnung zu kommen, so wie die beiden Katzen Willi und Karline von Natascha Schneider aus Dauchingen. Bild: Tierschutzverein VS | Bild: Tierschutzverein Vs

„Wenn dies nicht möglich ist, dann sollten Katzenbesitzer ihren Tieren vor dem Haus einen wärmenden Unterschlupf anbieten“, so die 45-Jährige. Dort können sich die Tiere bis zur Rückkehr ihrer Besitzer aufhalten.

Für Hunde

Spaziergänge mit dem Hund sollten eher kürzer gehalten werden. Wenn genügend Zeit vorhanden ist, können die fehlenden Minuten über zusätzliche Spaziergänge wieder ausgeglichen werden. Trotz allem könne es dabei vorkommen, dass Hunde beim Gassigehen frieren, so die Vereinssprecherin. Etwa alte oder kranke Hunde, oder solche mit wenig Fell und wenig wärmender Unterwolle, fügt sie hinzu.

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Hier kann ein artgerechter, gut sitzender Mantel oder Pullover sinnvoll sein. Zum Schutz vor Streusalz empfiehlt Schneider, die Pfoten vor dem Spaziergang mit Melkfett oder Vaseline einzureiben und nach dem Gassigehen mit lauwarmem Wasser wieder abzuspülen.

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Winterschuhe und -Socken seien dagegen nicht geeignet, da die Pfoten sensible Tastorgane sind und die Bewegung der Tiere dadurch eingeschränkt wird. Lediglich auf Anordnung eines Tierarztes sollten Hunde Schuhe oder Socken tragen.

Mischlingshündin Kimba mit ihrem schicken, roten Wintermantel. Da sie kaum Unterfell hat, ist dieser wärmende Schutz für sie wichtig. Bild: Bettina Schirmer
Mischlingshündin Kimba mit ihrem schicken, roten Wintermantel. Da sie kaum Unterfell hat, ist dieser wärmende Schutz für sie wichtig. Bild: Bettina Schirmer | Bild: Bettina Schirmer

Für Kleintiere

Kaninchen und Meerschweinchen sollten nur im Freien überwintern, wenn sie rechtzeitig im Frühjahr an die Freilandhaltung gewöhnt wurden und ihnen eine Rückzugsmöglichkeit in einem frostfreien Unterschlupf zur Verfügung steht. Kranke Tiere dürfen den Winter nicht draußen verbringen, ältere und untergewichtige Tiere müssen beobachtet werden. Kleine Heimtiere, die in der Wohnung leben, sollten vor kalter Zugluft geschützt werden. Gegen trockene Heizungsluft, die die tierischen Schleimhäute zum Austrocknen bringt, helfen Luftbefeuchter, kleine Wasserschälchen oder ungiftige Grünpflanzen im Raum.

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Für Fische

Goldfische können draußen überwintern, wenn der Teich mindestens 80 Zentimeter tief ist und zudem Wasserpflanzen und Schilf vorhanden sind. die Pflanzen sind wichtig für den Gasaustausch. Auch die ausreichende Sauerstoffzufuhr muss gewährleistet sein. Der Teich sollte nie ganz zufrieren.

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An Silvester und Fastnacht

Beim Jahreswechsel und während der närrischen Tage macht vielen Haustieren nicht nur die Kälte zu schaffen. Böller, Raketen und laute Musik können Tieren Angst einjagen. Diese ungewohnten, lauten Geräusche lösen nicht selten panische Reaktionen aus. Immer wieder komme es vor, dass am Neujahrstag Hunde herrenlos umherirren, weil sie in der Silvesternacht in Panik ausgebüxt sind, erzählt Schneider. Sie empfiehlt daher, am Abend nicht mehr mit den Tieren Spazieren zu gehen. Verschlossene Rollläden, Hintergrundmusik in der Wohnung und Versteckmöglichkeiten können Haustieren den Feuerwerk-Stress zusätzlich erleichtern. Auch natürliche Wirkstoffe, zum Beispiel Bachblüten, sollen helfen.

Feiertage mit ungewohnten Abläufen bedeuten für Haustiere oft Stress.
Feiertage mit ungewohnten Abläufen bedeuten für Haustiere oft Stress. | Bild: Tierschutzverein Vs