Auch woanders gibt es Reibungen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrkräften. Möglicherweise werden aber nur in Villingen-Schwenningen die Differenzen so unerbittlich in die Öffentlichkeit getragen. Zwei hauptamtliche Kommandanten verlor die Doppelstadt während des Zwists. Der eine, Markus Heinzelmann, suchte sich als Brandschützer eine weniger konfliktträchtige Position innerhalb der Stadtverwaltung, der andere, Ben Bockemühl, ging offiziell wegen des in Ludwigsburg eigens geschaffenen neuen Fachbereichs ins Schwabenland. Über die Auseinandersetzungen zwischen Haupt- und Ehrenamt wurde dabei nicht so gern gesprochen – aber deswegen sind sie nicht aus der Welt. Daher musste Oberbürgermeister Jürgen Roth reagieren – und die Schaffung eines eigenen Amts ist genau der richtige Weg. Die Stellung des hauptamtlichen Kommandanten wird aufgewertet, nicht nur finanziell. Er hat eine andere Position innerhalb der Verwaltung, was ihm hoffentlich ausreichend Rückenwind für die anstehenden Aufgaben geben wird. Die sind schwer genug. Er muss die Aufgabenteilung zwischen ehren- und hauptamtlichen Kräften so ordnen, dass zumindest ein gedeihliches Miteinander möglich ist. Die Zeiten, in denen Gerätewarte, wie offensichtlich in Schwenningen geschehen, sich zurückhalten mussten, um die Ehrenamtlichen zuerst ausrücken zu lassen, werden vorbei sein. Wenn diese Selbstverständlichkeit nicht gelingt, wird ein Kommandant auch als Amtsleiter nicht lange verweilen wollen. Denn vor allem die Feuerwehrabteilung Schwenningen wird sich dem Nebeneinander von haupt- und ehrenamtlichen Kräften auf Dauer nicht verschließen können.