14 Jahre lang ist Klaus Martin an der Spitze des CDU-Stadtverbands VS gestanden, jetzt hat er sich von dem Posten zurückgezogen. Zum Nachfolger wurde jetzt bei der Jahreshauptversammlung der Partei Thomas Herr gewählt.

14 Jahre an der Spitze

Auch der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei sowie der Landtagsabgeordnete Karl Rombach waren zu der Versammlung gekommen. Es galt, Klaus Martin, der nicht mehr zur Wahl des Vorsitzenden antrat, für 14 Jahre an der Spitze des Verbandes zu würdigen. „Es ist eine gewaltige Leistung, die Klaus Martin für die CDU auf den unterschiedlichen Ebenen der Politik für die Region geleistet hat“, betonte Frei. Er erinnerte an Martins Zeit als Bürgermeister von Triberg, als Ortsvorsteher von Obereschach und an seine Verdienste im Kreis- und Gemeinderat. Er sei kein politischer Weichspüler gewesen, habe stets mit spitzer Zunge kommentiert und dies in einer charmanten Art. „Er hat nicht nur geredet, sondern auch Taten folgen lassen“, so Frei. Da Klaus Martin den Christdemokraten als neuer Fraktionsvorsitzender in VS und in anderen Ämtern erhalten bleibe, falle der Abschied auch nicht ganz so schwer.

Besser als der Ruf

Bundespolitisch sprach Frei von einer guten Bilanz der großen Koalition und unterstrich, dass vieles schon auf dem Weg gebracht wurde. „Die Abschaffung des Solidaritätszuschlages für 96 Prozent der Bevölkerung ist die umfangreichste Steuerentlastung der letzten 20 Jahren“, hob Frei hervor beispielhaft hervor und nannte dies einen gewaltigen Erfolg. „Wenn man sich mit dem Fakten beschäftigt, ist die Arbeit der Bundesregierung besser als ihr zugegebenermaßen bescheidener Ruf“, so Frei.

„War eine Erfüllung“

Klaus Martin blickte zufrieden zurück auf 44 Jahre Tätigkeit in unterschiedlichsten Vorstandsämtern. „Ich habe viel Zeit für Ehrenämter aufgewendet, habe dafür aber auch viel zurückbekommen und die Arbeit war eine Erfüllung für mich“, resümiert Martin. Als Fraktionsvorsitzender könne er noch weiter gestalterisch walten.

Die Stimme der Vernunft

Nachfolger Thomas Herr stand auch schon in den Startlöchern, um sich der Mitgliederversammlung vorzustellen. „Die Kommunalpolitik in Villingen-Schwenningen ist keine Fremde für mich, sie ist sozusagen meine Leidenschaft“, so 43-jährige Herr, der im Wahlkampfteam von Oberbürgermeister Jürgen Roth und in die Organisation in der vergangenen Kommunal- und Europawahl eingebunden war. Die Neuausrichtung der Partei treibt Herr unter anderem an. Er zitierte Napoleon: „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft“. Und das treffe aktuell nicht mehr auf die CDU zu. Die Informationen der jungen Menschen würden überwiegend aus dem Internet stammen, in dem heute ein Großteil der politischen Meinungsbildung stattfinde. „Die CDU muss in erster Linie wieder lernen, zuzuhören, sei es im Internet oder auf der Straße“, fordert Herr. Man dürfe sich nicht treiben lassen von den Meinungen im Internet. „Wir müssen versuchen, die Diskussionen zu steuern und zu moderieren und in Villingen-Schwenningen muss die CDU weiterhin die Stimme der Vernunft bleiben und nicht für Symbolpolitik stehen“, so Herr, der mit 36 Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Die Gewählten

Neben Herr wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Bichl, Christian Meßmer, der Schatzmeister Raphael Rabe, Schriftführer Thorsten Thebert und die Pressebeauftragte Renate Breuning in den Vorstand gewählt. Als Beisitzer fungieren künftig Martin Fetscher, Bernd Herner, Karl Hirt, Hans-Jürgen Neumann, Viola Rothe, Frank Singer, Marianne Schiller, Marven Strittmacher, Traudel Zimmermann und Wolfgang Zimmermann.