Nach vielen Irrungen und Wirrungen um die Trägerschaft des künftigen Jugendkulturzentrums am Klosterhof ist es um das Thema sehr ruhig geworden. Kann und wird der Verein Jugendförderungswerk die Einrichtung führen? Die Frage wird von Gunnar Frey, dem Vorsitzenden des Vereins, mit Zuversicht beantwortet. "Wir hoffen, dass wir noch dieses Jahr alles klarmachen können", erklärte er auf SÜDKURIER-Anfrage.

Nach den zurückliegenden Gesprächen mit der Stadtverwaltung, vor allem mit den Verantwortlichen vom Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis), sieht Gunnar Frey die Weichen für ein glückliches Ende der langwierigen Trägersuche gestellt. "Es sieht gut aus, wir sind uns mit der Stadt einig", erklärte der Vereinsvorsitzende. Die bisherigen Gesprächen seien "fair und gut verlaufen".

Rechtlich sieht es bei der Trägerfrage so aus, dass die Stadt befugt ist, nach dem Scheitern der bundesweiten Trägersuche mit dem einzig verbliebenen Bewerber, dem Jugendförderwerk Villingen-Schwenningen e.V. "in freie Verhandlungen zu treten". Was jetzt noch aussteht, ist die rechtliche Fixierung des Vertrags zwischen dem Verein und der Stadt hinsichtlich der Übernahme der Trägerschaft. Frey geht davon aus, dass dies bald erfolgen wird.

Von Seiten der Stadt wird dies so bestätigt. "Die Verhandlungen mit dem Jugendförderungswerk sind weit fortgeschritten", sagt Pressesprecherin Madlen Falke. Die Planung der Stadtverwaltung sieht so aus, dass die Übergabe der Trägerschaft am Donnerstag, 29. November, im Jugendhilfeausschuss des Gemeinderates sowohl beraten als auch entschieden werden soll, berichte Falke.

Denn klar ist allen Beteiligten, dass die Zeit inzwischen drängt. Zwar hat sich die Fertigstellung des Jugendkulturzentrums am Klosterhof ein weiteres Mal verzögert. Nun soll der Neubau, der rund 2,6 Millionen Euro kosten wird, bis zum 1. Februar in Betrieb genommen werden, nachdem zuvor der 1. Januar angepeilt war. "Aber auch bis zum 1. Februar ist nicht mehr viel Zeit", konstatiert Gunnar Frey. Für das Jugendförderungswerk geht es dann darum, die Einrichtung mit Leben zu füllen. "Das wird bestimmt ein halbes Jahr dauern", dämpft Frey allzu große Erwartungen. Das Jugendförderungswerk plane zum Einstieg, im April ein großes Konzert für das jugendliche Publikum zu veranstalten, berichtet er. Für Kinder soll an Ostern ein Ferienprogramm angeboten werden.

Zumindest in der Anfangsphase, so verdeutlicht Frey, dürfte montags bis mittwochs in der Einrichtung nicht viel passieren. Das Jugendkulturzentrum sei nicht als Stadtteiltreff geplant. "Was wir brauchen, ist ein Event-Schuppen, eine Veranstaltungsstätte für Jugendkultur", unterstreicht Frey die Zielsetzung. Somit fokussiert sich das Geschehen vor allem auf die Wochenenden. Innen gibt es einen mittelgroßen Saal mit Bühne, außen ein Open-Air-Gelände für bis zu 1000 Besuchen. Hier können Freiluft-Konzerte, Theater und Kleinkunst oder Open-Air-Kino stattfinden. Natürlich sollen auch Stufenpartys darin stattfinden können, damit Schüler nicht wie bisher in die Clubs nach Donaueschingen ausweichen müssen. Aber die Einrichtung soll keinesfalls zur reinen Partyhalle werden.

Über die Nutzung der Räume hat sich der Verein schon Gedanken gemacht und Kontakte geknüpft. Viele mögliche Kooperationspartner zeigen bereits Interesse, das Haus zu nutzen: Vom Jugendgemeinderat bis zum Turnverein. Einer der beiden Proberäume soll als günstige Probemöglichkeit für jugendliche Rockbands genutzt werden. Der zweite Proberaum könnte für verschiedene Aktivitäten bereitgestellt werden, etwa für eine Hiphop-Tanzgruppe, für Play-Station-Wettkämpfer oder Jugendliche, die sich an einem Sportangebot des Turnvereins beteiligen. Frey ist überzeugt, dass sich noch viele weitere Optionen eröffnen werden, wenn das Haus erst einmal in Betrieb ist.