„Es ist absolut toll, ein solches Jubiläum zu feiern.“ Felicitas Bichweiler ist mit Elena Liuzzi und ihrer kleinen Tochter Ida in der SÜDKURIER-Redaktion vorbei gekommen, um das große Hexenbuch, das anlässlich des 50-jährigen Bestehens veröffentlicht wurde, vorzustellen. Die beiden jungen Frauen sind als zweite Schriftführerin und zweite Kassiererin im Vorstandsteam tätig, aber auch hier gilt: „Wir alle schauen, wer was erledigen kann und jeder hilft jedem“, erzählt Felicitas Bichweiler.

Das Buch sei eine wahre Fundgrube, für alle Hexen und an der Villinger Fasnet Interessierte. „Es ist total schade, wenn alte Fotos, Gründungsprotokolle und Urkunden nur im Archiv liegen und sie einer anschauen kann“, meint Elena Liuzzi. Bei der Hexenzunft war es Uwe Vögtlin, der seit vielen Jahren dabei ist: „Er hat unser Archiv auf Vordermann gebracht und so kam es zur der Idee, ein Buch herauszugeben“, erzählt Felicitas Bichweiler.

Bewusst ist es keine Chronik geworden, die einfach nur erzählt, was in den vergangenen 50 Jahren passiert. „Nein, wir haben die Gemeinsamkeit in den Vordergrund gestellt.“ So steht das Buch unter der Überschrift „Gemeinsam eine beeindruckende Geschichte schreiben.“ In den sechs Kapitel setzt sich die Gemeinsamkeit fort.

„In dem Buch sind beispielsweise unsere Schemen im Laufe der Jahre abgebildet und erklärt und auch das Hexenfeuer hat sich im Laufe der Jahrzehnte ganz schön geändert“, erzählt Bichweiler. Endgültig könne jetzt auch mit dem Gerücht aufgeräumt werden, dass die Hexen mal Südstadt-Hexen hießen. „Da steht nichts davon im Gründungsprotokoll“, weiß Felicitas Bichweiler. Trotzdem ist der Name im Laufe der Jahre immer wieder mal aufgetaucht. Als besonderes Schmankerl gibt es zu dem Buch noch eine CD mit Hexenliedern und aus den 70er Jahren den „Hexenxang“ von Karl Bösinger. „Da ist im Archiv eine Tonbandspule mit dieser alten Aufnahme entdeckt worden“, so Felicitas Bichweiler über diese Rarität.

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Alte Bilder, Zeitungsausschnitte und Protokolle machen das Buch zu einer interessanten Lektüre – auch für nicht Hexenzünftler. „Das war ja auch beabsichtigt“, so Elena Liuzzi, die über Freunde zur Hexenzunft gekommen ist: „Es ist einfach die schönere Seite der Fasnet, wenn man im Verein ist“, schwärmt sie. Dabei hat ihre Familie mit Fasnet nicht viel am Hut, im Gegensatz zu Felicitas Bichweiler: „Ich komme aus einer Zunft-Familie.“ Da die hohen Tage bei der Narrozunft aber der Montag und der Dienstag sind und sie aber schon vorher Fasnet machen wollte, kam mit ihrem Mann und den beiden Kindern zur Hexenzunft. „Bei uns treten wirklich ganz viele Familien mit Kindern ein“, erzählt sie.

Es gebe auch das ganze Jahr über verschiedene Aktivitäten. Trotz der Liebe zur Hexenzunft gehört bei Felicitas Bichweiler der Fasnetsmentig der Narrozunft. „Aber bei uns gibt es viele Mitglieder, die in verschiedenen Zünften aktiv sind, das ist gar kein Problem“, weiß Elena Liuzzi.

Jetzt freuen sich die beiden jungen Frauen auf die bevorstehenden Bälle und die Fasnet: „Da wollen wir so richtig feiern.“ Natürlich seien die ganzen Vorbereitungen für das Jubiläum sehr arbeitsintensiv gewesen, „da haben wir ja schon 2016 angefangen“, aber da alles in der Gemeinschaft geschieht, ist der Spaß nie zu kurz gekommen.