Die Auftragslage ist gut und wird voraussichtlich weiter wachsen: Das macht es notwendig, dass die Hahn-Schickard-Gesellschaft in ihrem Forschungsinstitut in Villingen-Schwenningen derzeit rund sieben Millionen Euro in einen neuen Anbau mit Bürokomplex und Reinraum investiert. Am Dienstag fand das Richtfest statt.

Vor rund 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Kommunalpolitik und Kundenkreis sowie den am Bau beteiligten Unternehmen stellte Institutsleiter Professor Alfons Dehé das Konzept des Anbaus vor. Demnach entsteht auf dem um 5000 Quadratmeter erweiterten großen Gelände am Standort zwischen Villingen und Schwenningen ein dreigeschossiges Büro- und Technologiegebäude, an den sich ein 750 Quadratmeter großer Reinraum anschließt, der die bisher vorhandene Fläche auf 1350 Quadratmeter nahezu verdoppelt.

„Die hervorragende und kontinuierlich steigende Auftragslage zeigt das große Vertrauen der freien Wirtschaft in die Leistungsfähigkeit unseres Instituts“, freute sich Dehé. Immer mehr Unternehmen beauftragten Hahn-Schickard mit der Entwicklung und Fertigung von Sensoren und Systemen im Bereich der Mikrosystemtechnik in kleinen und mittleren Stückzahlen, so dass die Erweiterung die logische Konsequenz sei. Allein für dieses Jahr avisiert das Institut einen Umsatzzuwachs von 23 Prozent bei einer Gesamtleistung inklusive Investitionen von 33 Millionen Euro.

Einen wichtigen Beitrag am Erfolg, so sagte Institutssprecher Roland Zengerle, habe die Vernetzung der drei Standorte, neben Villingen-Schwenningen auch Stuttgart und Freiburg. „Durch die Vernetzung können viele Projekte, die mit den Industrien vor Ort entwickelt werden, umgesetzt werden. Das ist einer unserer Erfolgsfaktoren“, so Zengerle.

Der Anbau verdeutliche auch die kontinuierliche Entwicklung vom Entwicklungspartner zum ganzheitlichen Fertigungsspezialisten im Bereich der Mikrosystemtechnik.

Nachdem Montageleiter Marco Weber vom Stahlbauunternehmen Haller den Richtspruch sprach und traditionell das Weinglas auf dem Baustellenboden zerschlug, sagte Oberbürgermeister Rupert Kubon, es sei ein nachhaltiges Anliegen der Stadt Villingen-Schwenningen, „als zweitdichtester Wirtschaftsraum nach der Region Stuttgart solche Projekte zu unterstützen.“ Dieser Erfolg komme nicht von selbst, sondern bedürfe Unterstützung und Förderung. Vor 14 Jahren habe das Mikroinstitut vor dem Aus gestanden. Die seitherige Entwicklung sei beeindruckend. Allein die Mitarbeiterzahl habe sich seither verdreifacht. Die Stadt Villingen-Schwenningen fördert die Hahn-Schickard-Gesellschaft indirekt mit insgesamt mit rund 2,5 Millionen Euro – verteilt auf mehrere Jahre – in Form eines Mietkostenzuschusses für das bestehende Gebäude.

Nach den Reden schlugen Kubon und Alfons Dehé ein Fass Freibier an und gaben so dem Startschuss für einen Umtrunk.