Kaum waren die letzten Wochenmarkt-Stände auf dem Villinger Münsterplatz abgebaut, die Kehrmaschine drehte um 13.30 Uhr noch ihre Runden, da fuhren drei größere Lieferwagen auf den Platz. "Deutschland sucht den Superstar" war darauf zu lesen.

Video: Jens Fröhlich

Jetzt musste es schnell gehen. Für 14 Uhr war das Casting des Fernsehsenders RTL für den Talentwettbewerb Deutschland sucht den Superstar (DSDS) angekündigt. Erste Teilnehmer und Neugierige fanden sich ein. Das aufblasbare Wartezelt und die Fahrzeuge standen zügig in Formation. In den Fahrzeugen bewertete später die Zweiköpfige Jury den Auftritt der Teilnehmer.

Bildunterschrift
Vom Anmeldestand geht es für die Kandidaten ins blaue Wartezelt, danach wird im Transporter vor einer zweiköpfigen Jury gesungen. | Bild: Fröhlich, Jens

Bis es letztendlich losging, dauerte es aber noch eine Weile. Die ersten Kandidaten durften mit deutlicher Verspätung gegen 14.30 Uhr vorsingen.

Bild: Fröhlich, Jens

Eine der ersten in der kurzen Schlange, die sich zu Beginn bildete, war Kimi Hewer aus Hüfingen. Sie war mit ihrer Oma Roswita Hewer, ihrer besten Freundin sowie mit zwei Freunden angereist. Weil sie erst 15 Jahre alt ist, hatte sie im Vorfeld noch Bedenken, ob sie überhaupt mitmachen darf. Die Altersgrenze für Kandidaten ist in diesem Jahr zwischen 16 und 30 Jahren. Doch in der ersten Vorauswahl des Talentwettbewerbes schien das noch kein Ausschlusskriterium zu sein.

Hewer durfte in einem der beiden Casting-Fahrzeuge das Lied "All of me" von John Legend vorsingen. Mit Erfolg: Sie überzeugte die Jury und wurde direkt im Anschluss in einem Gespräch mit einer Casting-Mitarbeiterin zum nächsten Vorentscheid nach Köln eingeladen. "Ich singe eigentlich seit ich klein bin", erzählt sie. Gesangs-Erfahrung hat Hewer in verschiedenen Chören und in der Schule gesammelt.

Bild: Fröhlich, Jens

Ebenfalls erfolgreich verlief die Teilnahme für Sophia Domke aus Konstanz. Die 23-Jährige, die mit ihrer Mutter da war, begeisterte die Jury mit zwei relativ unbekannten Liedern und darf schon bald ebenfalls nach Köln reisen. Dass sie überhaupt teilgenommen hat, sei eine ganz spontane Aktion gewesen. Erst vor wenigen Tagen habe sie ihren Eltern bei der Rückfahrt von einer Veranstaltung erstmals vorgesungen, erzählt die Mutter.

Dann habe die Familie über Facebook vom Casting in Villingen erfahren. Die Idee, der DSDS-Teilnahme, war geboren. "Dann habe ich schnell die beiden Lieder vorbereitet", erzählt sie. Eigentlich singe sie nur privat und unter der Dusche. Umso mehr freute sie sich nach ihrem Auftritt, dass es dennoch geklappt hat.

Bild: Fröhlich, Jens

Marianna Göttl aus Radolfzell hat bereits Casting Erfahrung gesammelt. Vor drei Jahren hatte sie schon einmal bei DSDS teilgenommen, war bis in die dritte Runde gekommen. Mit der Begründung, sie solle erst einmal ihren Schulabschluss machen, war sie damals ausgeschieden.

Diesen Jury-Tipp hat die heute 21-Jährige beherzigt. Nach der Schule und ihrem Start ins Berufsleben, will sie es jetzt noch einmal wissen. Unterstützt wurde sie in Villingen von ihren Eltern, ihrem Freund sowie von den zwei Familienhunden Winnie und Bonnie. Mit dem Lied "When I Look At You" von Miley Cyrus schaffte sie den Sprung in die nächste Runde.

Marianna Göttl (Mitte) freut sich zusammen mit ihren Eltern Manfred Rüdt, Sabrina Göttl und Freund Dominik Isele. | Bild: Fröhlich, Jens

Insgesamt war der Andrang beim Casting deutlich geringer als im Jahr 2016. Damals suchte RTL auf dem Platz vor der Volksbank nach Talenten.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Grund könnte die Ferienzeit und die Altersbeschränkung sein. Erst am späten Nachmittag und Abend reihten sich zeitweise wieder Kandidaten in die Warteschlange ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Vor allem weibliche Kandidaten versuchten ihr Glück.

Video: Jens Fröhlich

Einer der wenigen Männer war Valantis Amanatidis, der auch schon beim Casting 2016 an den Start ging. Wie damals schaffte er den Sprung in die nächste Runde knapp nicht. Da half auch das Daumendrücken von Töchterchen Maria nicht.

Für Valantis Diamantis hat es leider nicht gereicht. Tochter Maria ist trotzdem stolz.
Für Valantis Diamantis hat es leider nicht gereicht. Tochter Maria ist trotzdem stolz. | Bild: Fröhlich, Jens

Die 16. DSDS-Staffel

In insgesamt 40 Städte in Deutschland, der Schweiz und Österreich finden die DSDS-Castings statt. Wer in Villingen nicht dabei sein konnte, kann es in der näheren Umgebung noch am 3. September auf dem Romanshorner Platz in Friedrichshafen, oder am 10. und 11. September auf dem Wilhelmsplatz in Stuttgart versuchen.

Alle Teilnehmer die eine Runde weiterkommen, dürfen bei einem Jurycasting Workshop teilnehmen, erst dann steht der Auftritt vor der prominent besetzten Jury um Dieter Bohlen und Pietro Lombardi, DSDS-Gewinner im Jahre 2011, auf dem Programm. RTL beginnt vermutlich Anfang 2019 mit der Ausstrahlung der 16. Staffel von Deutschland sucht den Superstar.

 

Rückblick

Bereits 2016 fand eine solche Talentsichtung in VS-Villingen statt, damals auf dem Platz vor der Volksbank. Der Andrang war enorm. Mehrere Sänger aus der Region qualifizierten sich dabei für die folgenden Castingrunden.

Alexander Gambin und sein Bruder Patrick schafften es sogar bis vor die Promi-Jury um Dieter Bohlen. Ihr Auftritt wurde jedoch nie ausgestrahlt. Auch die Casting-Reise von Sulemon Marsula aus Spaichingen begann in Villingen. Wie die Gambin-Brüder durfte er vor Dieter Bohlen vorsingen, schied dann aber ebenfalls aus. 

Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren
Das könnte Sie auch interessieren