Seit zwei Wochen wird das Wasser in Schwenningen nach dem Fund coliformer Keime gechlort und voraussichtlich wird es noch einige Wochen weiter gechlort werden müssen. Denn die Stadtwerke wollen die vom Gesundheitsamt geforderten Probenahmen erst starten, "wenn in Kalenderwoche 37 die Sommerferien vorüber sind und Normalbetrieb herrscht", erklärt Pressesprecherin Susanna Kurz auf Nachfrage des SÜDKURIER. "Wir haben keinen Zeitdruck wie im vergangenen Jahr", so Kurz weiter. "Im August 2017 wollten wir erreichen, dass das Gesundheitsamt das Abkochgebot so schnell wie möglich aufhebt." Wie im vergangenen Jahr, als erstmals coliforme Keime im VS-Trinkwasser entdeckt wurden, müssen drei, der in einem zeitlichen Abstand von mehreren Tagen entnommenen Proben, negativ ausfallen, erst dann kann die Chlorung wieder eingestellt werden.

Vor zwei Wochen, am 24. August, waren die coliformen Keime bei Routineuntersuchungen im Schwenninger Trinkwasser gefunden worden. Da umgehend mit der Chlorung des Wassers begonnen wurde, muss in diesem Jahr das Wasser nicht abgekocht werden. Zum einen, so bestätigt es auch das Gesundheitsamt, sei das Chlor, das die Stadtwerke nach Trinkwasserverordnung dosieren, nicht gesundheitsschädlich, zum anderen seien durch die desinfizierende Wirkung des Chlors die coliformen Keime abgetötet.

Seit dem Beginn der Chlorung werden von den Mitarbeitern der Stadtwerke täglich Proben an unterschiedlichen Punkten im Netz genommen und an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Chlorung im gesamten Netz ankommt. Der Wert muss dabei bei mindestens 0,1 Milligramm pro Liter liegen und darf 0,3 Milligramm nicht überschreiten.

Warum die Probenahme erst nach den Sommerferien – also zwei Wochen nach dem die coliformen Keime im Trinkwasser entdeckt wurden – startet, erklärt Kurz wie folgt: Das Trinkwassernetz sei weit verästelt. Auch in den am weitest von den Hochbehältern entfernten Leitungsabschnitten muss das Chlor angekommen sein und seine Wirkung entfaltet haben. Durch Netzspülungen werde die Verteilung des Chlors zusätzlich unterstützt, damit die Desinfektion wirklich überall ankommt. Darum "beginnen wir mit der Probenahmeserie erst in der kommenden Woche", so Kurz.