Villingen-Schwenningen – Die Stadtverwaltung ist mit ihrer Abteilung Stadtgrün gezielt dabei, Flächen in der Stadt und ringsherum ökologisch aufzuwerten. So wird für Bienen und Insekten eine Lebensgrundlage geschaffen, in der Hoffnung, dass sich der dramatisch zurückgegangene Bestand mittelfristig wieder etwas erholt. Dazu haben sich die Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün ein ganzes Bündel an Maßnahmen einfallen lassen. Am Dienstag, 17. April, werden die Stadträte im Technischen Ausschuss über das Projekt "VS blüht auf" informiert.

  • Das sagt der Bund: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz begrüßt dieses Projekt ausdrücklich. "Jede blühende Wiese ist ein wichtiger Beitrag für die Umwelt und vor allem für die Insekten", erklärt Katharina Baudis, Geschäftsführerin des Bund Regionalverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg. Selbst hier in der Region sei die Zahl der Bienen und Insekten drastisch zurückgegangen. "Betroffen sind vor allem auch Schmetterlinge", erzählt Baudis. Dies höre sie immer wieder in Gesprächen mit Schmetterlingsexperten. Der Verlust an ökologisch wertvollen Flächen durch die zunehmende Bautätigkeit sei "dramatisch". Wichtig sei es, die richtige Blumenmischung zu pflanzen. "Nicht auf jeder blühenden Blume finden Bienen beispielsweise Nektar." Die Stadt mache hier aber alles richtig. Ein wichtiger Aspekt, so Katharina Baudis, sei der Verzicht der Kommunen auf Pestizide. "Es gibt umweltschonende Methoden, um störende Pflanzen zu entfernen." Von Unkraut will Katharina Baudis gar nicht sprechen. Der klassische kurz geschorene Sportplatz-Rasen habe keinerlei Nutzen für Bienen und Insekten. Da könnten auch Privatleute vermehrt darauf achten, in ihren Gärten kleine Wohlfühl-Oasen für die Tiere schaffen.
  • Blumenmischung VS: Eine Idee, die gut für die Umwelt ist und gleichzeitig die besondere Verbundenheit mit der Stadt ausdrückt, ist eine speziell entwickelte Blumenmischung mit mehr als 20 Blumenarten in den Wappenfarben von Villingen-Schwenningen weiß-blau. Mit dieser VS-Mischung sollen jetzt rund 4000 Quadratmeter im Bereich der Stadteinfahrten und bei geeigneten Kreisverkehren bepflanzt werden.
  • Projekte: Die Abteilung Stadtgrün hat in der Vergangenheit bereits einige große Projekte realisiert: So wurden entlang der neuen Klinikstraße ungefähr 100 insektenfreundliche Linden gepflanzt und rund 15 000 Quadrameter artenreiche Wildblumenwiesen angelegt. Dort fühlen sich mittlerweile sogar zahlreiche wertvolle Arten, die auf der Roten Liste stehen wohl, wie beispielsweise die Färberkamille, die Kartäusernelke und das Wiesen-Habichtskraut. Dies haben zwei unabhängige Bestandsaufnahmen der Vegetation entlang der Klinikstraße ergeben, ist in der Vorlage zu lesen. Möglingshöhe, Hubenloch und Ringanlagen: Hier haben die Stadtgrün-Mitarbeiter in den letzten Jahren gezielt naturnahe Wiesen angelegt und artenreiche Blütenbänder gepflanzt. Ziel ist es auch, entlang von intensiv genutzten Flächen blühende Streifen anzulegen oder ganze Äcker wenn möglich zu extensivieren.
  • Technischer Ausschuss: Das ganze Projekt "VS blüht auf" wird den Stadträten in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstag, 17. April, von der Abteilung Stadtgrün vorgestellt. Die Sitzung findet im Matthäus-Hummel-Saal in Villingen statt und beginnt um 17.20 Uhr.