Unüberhörbar hebt sich das Klack-klack aus dem Messegemurmel hervor. Mit einem präzisen Stoß befördert Marko Stapel den weißen Spielball in Richtung der farbigen Kugeln und diese spritzen in alle Richtungen auf dem blauen Filztuch auseinander. Kurz wird die Pomeranze genannte Queue-Spitze über das Kreidestückchen gedreht und schon setzt der Spieler zum nächsten Stoß an. Ein kurzer Klack und der Spielball befördert eine der farbigen Kugeln ins Loch.

Nicht nur Erwachsene bleiben stehen und staunen, wie die Profis des Billardvereins Villingen-Schwenningen ihre Kunst präsentieren. Besonders Kinder zeigen sich fasziniert, wie die kleinen, bunten Kugeln mit fortschreitendem Spielverlauf von der Spielfläche verschwinden.

Intensive Jugendarbeit

Das 25-jährige Vereinsbestehen nutzt der Verein gegenwärtig, um sich auf der Südwest-Messe in Schwenningen zu präsentieren. Dabei geht es dem Vorstand zunächst in erster Linie darum, diese Randsportart, die auch als olympische Disziplin anerkannt ist, noch bekannter zu machen. Aber auch die intensive Jugendarbeit soll ins Licht der Öffentlichkeit gestellt werden.

Unter den derzeit 70 Mitgliederndes Vereins befinden sich immerhin zehn Jugendliche, die diesem anspruchsvollen Sport frönen.

„Schon Albert Einstein hat diese Sportart als anspruchsvoll bezeichnet“, so Florian Hayn gegenüber dem SÜDKURIER. Dabei wird nicht nur körperliche Disziplin – sprich das zielsichere Führen des Queue – gefordert. Auch die hohe Kunst des Vorausdenkens und des Taktierens sind unabdingbare Voraussetzungen für einen guten Billardspieler. „Dass ein Billardverein das 25-Jährige Jubiläum feiern kann, ist eher selten“, so das Vorstandsmitglied.

Vor dem Bundesligaaufstieg

Man sei stolz auf das Jubiläum und freue sich auch über zahlreiche erste Plätze im Snooker-Spiel, so Hayn weiter. Sowohl in der Landesliga als auch in der Verbandsliga und in der Oberliga erreichten die Doppelstädter die Meistertitel. Am kommenden Wochenende geht es in Köln um den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Hinter so viel sportlichem Erfolg stehen natürlich absolute Könner am Queue, die ihr Wissen und Können in den Trainingseinheiten in der Niners-Billard-Lounge im ehemaligen Burger-Spritzgussgebäude weitergeben. Dort trainieren insgesamt sechs Mannschaften an den Tischen. Zwei beim klassischen Pool-Billard und vier beim Snooker. Letzteres wird an größeren Tischen und mit kleineren Bällen gespielt und ist damit deutlich anspruchsvoller.

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1994 startete der Verein im Schwenninger Bajazzo, es folgten Stationen im Dream und im Vereinsheim in der Hirschbergstraße, bevor 2008 das eigene Vereinslokal Niners in der Villinger Vockenhauser Straße 2 eingerichtet werden konnte. Während der Jubiläumsveranstaltung auf der Messe kann jeder gegen eine Spende von einem Euro, die der Pro-Kids-Stiftung zufließt, an einem Wettbewerb teilnehmen.