Villingen-Schwenningen – Sie kennen sich seit dem gemeinsamen Studium an der PH in Freiburg und die Freude am Singen verbindet sie noch heute. Als Futa-Ensemble ist die A-capella-Gruppe in der Region unterwegs und begeistert das Publikum mit seinem vielen vielseitigen und nie altbackenen Repertoire. Die Idee, gemeinsam zu singen, kam während der Debatte um die Stolpersteine auf. "Da haben wir oft völlig frustriert die Gemeinderatssitzungen verfolgt", erklärt Constanze Kaiser, eines der Gründungsmitglieder. Nach der Ablehnung der Stolpersteine haben sich einige aus der Gruppe dem Veren Pro Stolpersteine angeschlossen und die Mahnwachen durch Gesang umrahmt. "Das hat uns allen soviel Spaß gemacht, dass wir beschlossen haben zusammen zu bleiben und gemeinsam aufzutreten." Der nächste Auftritt ist am Sonntag, 8. Juli um 17 Uhr in der Johanneskirche in Villingen und um 19.30 Uhr am gleichen Tag in der Johanneskirche in Bad Dürrheim im Rahmen der Stunde der Kirchenmusik.

Video: Claudia Hoffmann

Die Mitglieder des Futa-Ensembles sind vor allem als Musiklehrer an hiesigen Schulen tätig, aber es sind auch andere Berufsgruppen vertreten. Der Anspruch ist hoch: "Wir bringen alle Chor- und Gesangserfahrung mit", erzählt Silke Singer. Vor Auftritten probt das Ensemble regelmäßig und trifft sich dazu oft privat. "Das hängt damit zusammen, dass wir mittlerweile fast alle Nachwuchs haben und es manchmal schwer ist, Babysitter zu organisieren", berichtet Margret Aldinger. Vor allem, wenn Paare im Chor mitsingen, wie das bei Hannah und Christoph Maier und Simon und Kathrin Merkle der Fall ist. Manuel Seeger findet es eine beachtliche Leistung, dass es das Ensemble schafft, regelmäßig zu proben und Auftritte zu absolvieren: "Immerhin sind mittlerweile elf Kinder dazugekommen, angefangen haben wir mal alle kinderlos." Die Babys und Kinder werden ganz selbstverständlich in das Chorleben integriert, sie sind bei Proben dabei oder werden zu Auftritten mitgenommen.

Das Futa-Ensembles tritt vor allem in Kirchen auf oder in Gemeindesälen. Aus Kostengründen suchen die Sänger Räume, für die sie keine Miete bezahlen müssen. "Wir müssen ja einiges investieren für Noten und natürlich Gema"; berichtet Constanze Kaiser. Die Besucher werden um Spenden gebeten und nach Abzug der Unkosten spenden die Futa-Mitglieder die Einnahmen für eine soziale Einrichtung, so sind bislang schon Refugio oder der Raum der Stille im Klinikum bedacht worden.

Das Repertoire sucht die A-capella-Gruppe gemeinsam aus: Es ist klassisch, folkloristisch, modern, rockig und poppig. Die Sängerinnen und Sänger sind alle gleichberechtigt und haben auch keinen Chorleiter im klassischen Sinn. "Aber einer muss natürlich doch die Einsätze geben und das bin meistens ich ", lacht Manuel Seeger. Für die beiden Konzerta am 8. Juli hat das Futa-Ensemble sogar die Fußball-Weltmeisterschaft berücksichtigt – da war natürlich noch nicht absehbar, dass Deutschland so schmachvoll ausscheidet. Auf dem grünen Flyer steht Futa singt wieder mal und die Buchstaben W und M sind groß geschrieben und stellen den Bezug zur WM her. Es ist eine musikalische Reise von Frankreich bis Russland .

Nervös ist das Futa-Ensemble vor solch einem Auftritt immer. "Aber eine gewisse Anspannung braucht man auch", so Constanze Kaiser. Die Probenarbeit wird vor einem Konzert intensiver, dafür gibt es dan auch wieder Phasen, wo wenig geprobt wird, erklärt Silke Singer.

Bei der Probe gehen die Sängerinnen und Sänger die einzelnen Stücke gründlich durch, feilen an den Tönen, stimmen die Einsätze ab, legen die Reihenfolge fest, kritisieren und loben sich. Der mehrstimmige A-Capella-Gesang füllt den Raum und zeigt eindrucksvoll, dass es dem Futa-Ensemble voller Leichtigkeit und auf hohem Niveau gelingt, dem Zuhörer zu vermitteln, wieviel Spaß das gemeinsame Singen macht.