In drei Wochen geht es los mit der Sanierung der Rietstraße. Baustart ist am Montag, 10. September. Die Villinger Fußgängerzone wird dann ein Jahr lang, mit Unterbrechung der Winterpause, zur Großbaustelle. Der Abwasserkanal und sämtliche Versorgungsleitungen werden erneuert, zum Schluss die Straßenoberfläche mit Pflaster neu gestaltet. Gestern Abend informierten die Fachleute der Stadt und der beauftragten Firmen rund 30 Anwohner im Foyer des Franziskaners über die Details der Bauarbeiten.

  • Die bauausführende Firma: Die Erneuerung der wichigsten Einkaufsstraße in der Fußgängerzone und des Abwasserkanals liegt in den Händen der Tiefbau- und Gartenbaufirma Schöppler aus Meßkirch. Der Baubetrieb ist derzeit auch mit der Erneuerung des Schwenninger Marktplatzes sowie Bauarbeiten in den Fußgägernzonen von Konstanz, Tuttlingen und Sigmaringen beschäftigt und kennt sich in dem Metier aus.
  • Der Ablauf: Von September bis Mitte 15. November wird vom zentalen Punkt der Stadt, dem Villinger Marktplatz, in der Straßenmitte der Kanal bis etwa zur Einmündung Färberstraße erneuert. Dann beginnt die Winterpause, damit das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels nicht beeinträchtigt wird. Ab März 2019 wird dann der Abwasserkanal von der Einmündung Färberstraße bis zum Riettor erneuert. Parallel dazu beginnen die Stadtwerke voraussichtlich ab Mai 2019 vom Marktplatz aus, die Leitungen für Strom, Wasser und Gas zu erneuern, außerdem wird Breitband neu verlegt. Zuletzt wird dann die Straßenoberfläche neu gestaltet, und zwar nach dem selben Schema, wie bereits die Niedere-, Obere und Bickenstraße umgestaltet wurden.
  • Die Gestaltung: Der heimische Planer Martin Kuberczyk stellte noch einmal die Details der Umgestaltung vor. Interessant: In der Straßenmitte der Rietstraße wird ein neues Blindenleitsystem gebaut. Blinde können sich an dieser Mittelrinne orientieren. Das System soll später auch in den anderen drei großen Innenstadtstraßen eingebaut werden. Die im jetzigen Pflasterbelag eingelassenen Stadtwappen der befreundeten Zähringer Städte gelten als nicht schützenswert und kommen weg.
  • Streitfragen: Wunsch verschiedener Anlieger ist es, dass die Verfugung des Pflasters verbessert wird. Einzelhändler Kuno Broghammer warnte davor, die Fehler der Vergangenheit fortzusetzen und forderte eine feste Verfugung. Das bisherige Sandgemisch habe sich nicht bewährt. Martin Kuberczyk versprach, dass dieser Vorschlag einer starren Verfugung noch einmal "intern diskutiert" werde. Man müsse aber auch die Kosten des Gesamtbudgets im Auge behalten. Oliver Sick, Bauleiter der Firma Schöppler, fand das Pflaster in Villingen mit der Sandverfugung nicht schlecht. "Kommen Sie mal nach Messkirch", empfahl er den Kritikern. Eine weitere Forderung von Bürgern: Den Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone begrenzen. Allerdings: Die Forderung eines Bürgers, Poller einzubauen, die nach 11 Uhr vormittags die Durchfahrt von Fahrzeugen stoppen, wurde von Einzelhändlern als nicht zumutbar für den Anlieferverkehr abgelehnt. Rolf Millauer, der Leiter des Stadtbauamts, erklärte, die Stadt werde mit mehr Kontrollen das Bewusstsein schärfen, dass dies eine Fußgängerzone sei.
  • Beweissicherung: Die Stadt bietet den Hausbesitzern ein Beweissicherungsverfahren an. Der Zustand der Gebäude und Hausanschlüsse werde dokumentiert, damit die Eigentümer im Falle von Bauschäden eine Entschädigung einfordern können. Rainer Baumgart vom Straßenbauamt der Stadt empfahl den Hausbesitzern, die Mitarbeiter der beauftragten Firma einzulassen. Im Schadensfall werde es "sonst schwierig".
  • Hausanschlüsse: Die Stadt hat die Hausbesitzer aufgefordert, ihre Abwasser-Hausanschlüsse vor Baubeginn prüfen zu lassen. Die Stadt lässt die Anschlüsse mit der Kamera abfahren und informiert im Schadensfall die Eigentümer. Diese haben dann Gelegenheit, defekte Kanäle zum günstigen Preis von der Baufirma erneuern zu lassen.
  • Informationen: Die Bauleitung wird einen Baucontainer hinter dem Alten Kaufhaus auf dem Münsterplatz einrichten. Dort sitzt die Bauleitung und steht den Anliegern für alle Fragen und Probleme täglich zur Verfügung, vor allem, wenn es darum geht, den freien Zugang zu Häusern und Ladengeschäften sicherzustellen.