Auch nach der juristischen Beendigung der dubiosen Affäre um Nahrungsergänzungsmittel und der damaligen fristlosen Entlassungen zweier Mitarbeiter, darunter die Leiterin, im Heilig-Geist-Spital bleiben Fragen. Zum Beispiel die, ob die damaligen Kündigungen tatsächlich aus Sorge vor vermeintlich illegalen Machenschaften ausgesprochen wurden? Oder ob diese nur erhoben wurden, um eine möglicherweise missliebig gewordene Person aus der Einrichtung mit juristischen Mitteln zu entfernen? Und ob Personalpolitik mit Rechtsanwalt und Abmahnungen inzwischen symptomatisch sind für den Umgang mit Mitarbeitern in einer sozialen Einrichtung, die einst für ihr Jahrhunderte langes segensreiches Wirken gerühmt wurde?

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Die Mitarbeiter des Hauses, die sich zuletzt hilfesuchend an diese Zeitung gewandt und das Klima um Hause beklagten, haben keineswegs den Eindruck gemacht, die Senioreneinrichtung aus niederen Motiven an den Pranger stellen zu wollen. Allerdings ist es natürlich kaum möglich, aus der Außensicht derlei Mitarbeiter-Kritik sowie die Vorgänge im Hause seriös beurteilen zu wollen. Nachdenklich stimmt aber, dass sich negative Rückmeldungen häufen. In der Aufsichtsrat-Ära von Rupert Kubon hat sich in der Senioreneinrichtung viel kritische Masse durch Personalkonflikte und Leitungswechsel angehäuft. Seit Jahren kommt das Haus nicht zur Ruhe. Hier hat Kubon seinem Nachfolger eine echte "Baustelle" hinterlassen. Daher ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende des Spitalfonds und Oberbürgermeister der Stadt, Jürgen Roth gefordert, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Ziel muss es sein, das Haus mit guter Führung wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.