Mit einem "Speeddating" haben die Mitglieder der FDP Villingen-Schwenningen in kleinen Gruppen vier Kandidaten der OB-Wahl kennengelernt. 15 Minuten lang durften Fragen an Jürgen Roth, Marina Kloiber-Jung, Jörg Röber und Gaetano Cristilli gestellt werden. Ein festes Themenfeld wurde dabei nicht vorgegeben.

  • Jürgen Roth: Eines der großen Themen in den Fragerunden waren die vergangenen Schlagzeilen rund um einen Bananenhändler in der Villinger Innenstadt. Dessen Werbeschrift am Schaufenster ist gelb und nicht wie vorgeschrieben weiß. "Hat die Verwaltung denn nichts Besseres zu tun", wollte Falk Jauch wissen. Wo sich die vier Kandidaten einig waren: Die Verwaltung müsse wieder begreifen, dass sie ein Dienstleister sei. Jürgen Roth will ein Umdenken bei den Ämtern einleiten. "Der Bürger muss als Kunde verstanden werden", sagte er. Wenn etwas nicht gehe, müsse das auch erklärt werden. "Oder man lässt auch mal Fünfe gerade sein." Als Oberbürgermeister wolle er ein Leitbild setzen, dass diese Ansätze in den Ämtern fördert.
  • Jörg Röber: Nina Münz, die Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, wollte von Röber wissen, wie er junge Leute nach Villingen-Schwenningen locken will. "Wir müssen die Jugendkulturarbeit mit Förderungen stärken", sagte er. Das Engagement in diesem Bereich dürfe allerdings nicht alleine von der Stadt kommen. Auch die Hochschulen seien in der Pflicht. "Es benötigt auch eine gute Verbindung zwischen Villingen und Schwenningen im öffentlichen Nahverkehr." Gerade nachts sei eine gute Taktung der Buslinien wichtig, um kulturelles Leben zu ermöglichen. Seine Schwerpunkte lege er auf die Infrastruktur, ein modernes Mobilitätskonzept und die Digitalisierung der Stadtverwaltung. "Denn Digitalisierung bedeutet auch Effizienz."
  • Gaetano Cristilli: Christian Engesser konfrontierte Cristilli mit der Qualifikation der Mitbewerber: "Sie haben als einziger keine Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung. Wie wollen Sie da einen so großen Apparat übernehmen?" Der Kandidat hatte sofort eine Antwort parat: "Oberbürgermeister kann man nicht lernen, da wächst man hinein. Der Mensch ist entscheidend." Cristilli betonte, dass er ein Gestalter und Motivator sei. Als Unternehmer und ehemaliger Vorsitzender des FC 08 Villingen habe er zudem Einblicke in die Arbeit der Verwaltung sammeln können. Im Hinblick auf die aktuelle Kritik an die Verwaltung sagte er: "Es muss innen funktionieren, damit außen alle zufrieden sind. Dafür will ich sorgen."
  • Marina Kloiber-Jung: Die Verwaltung möchte Kloiber-Jung mit einem Bürgermanagement verbessern. Die aktuellen Strukturen seien überholt. "Wir brauchen kurze Wege und schnelle Bearbeitungszeiten. Wir sind Dienstleister, die Bürger dürfen nicht hin und her geschoben werden." Sie betonte, dass sie auch selbst mit anpacke und Probleme gerne persönlich in Angriff nehme. "Ich werde alle Ämter besuchen und vor Ort nach Lösungen suchen", sagte sie. Nur mit richtiger Organisation und Planung könnten die Rückstände in der Verwaltung und auch bei der Infrastruktur bekämpft werden. Ein Faktor sei dabei immer noch das Konkurrenzdenken zwischen Villingen und Schwenningen. Das müsse aufhören. Ihr Motto: "Anpacken statt Debatten."