Die Umzugs-Saison hat begonnen: Um Punkt 19 Uhr marschierte die Musik-und Trachtenkapelle Pfaffenweiler los zum 17. Nachtumzug der Wolfbach-Rolli. 48 Zünfte und Gruppierungen (eine Zunft hatte kurzfristig abgesagt) waren der Einladung nach Pfaffenweiler gefolgt, 1200 Hästräger waren nun mit von der Partie, um einen schaurig-schönen Umzug zu gestalten. Mit dem Umzug schlug auch das Wetter um. Das eineinhalbstündige Spektakel wurde von dichtem Schneetreiben begleitet, das aber Hunderte von Zuschauern nicht davon abhielt, mit "Wolfbach Rolli Miau", Hex, Hex, hui", "Schanzel Hoo" und weiteren Rufen zu versuchen, den Narren das eine oder andere Schnäpsle oder eine Süßigkeit herauszulocken.

Zahlreiche Musikgruppen

Hexen, Teufel, Werwölfe und Waldgesindel beherrschten den Nachtumzug. Die einen waren etwas ruhiger, die anderen dafür umso wilder. Da ließ es sich so manche Hexe nicht nehmen, sich trotz schneebedeckter Straße auf dem Boden zu wälzen. Doch nicht nur Schauriges gab es zu sehen. Zahlreiche Musikgruppen, darunter die Villinger Fazenedle, der Spielmannzug und der Fanfarenzug der Glonki-Gilde, unterhielten das närrische Volk. Welche Zünfte und Gruppierungen am Umzug teilnahmen, erfuhren die Besucher auf den Flyern und von den Umzugssprechern an den zwei Standorten.

Sichtlich Freude hatte der Ortsvorsteher Martin Straßacker beim Nachtumzug mit den Kommentaren der Umzugssprecher Herbert Simon und Erich Neugart (von links).
Sichtlich Freude hatte der Ortsvorsteher Martin Straßacker beim Nachtumzug mit den Kommentaren der Umzugssprecher Herbert Simon und Erich Neugart (von links).

Premiere in Pfaffenweiler hatten die Feuerbuure Dürra aus Bad Dürrheim, die in ihrer Bauernkleidung und den Masken mit wettergegerbten Gesichtern und mit dem Ruf "Feuer Buure, Dürra brennt" Bezug auf die Großbrände von 1674 und 1715 nehmen. Die vorherrschenden Farben beim Umzug und danach in der Festhalle, den Besenwirtschaften und auf den Straßen im Ort waren grün und rot. Mit geschnitzter Schemme, Bolleauge, grünem Häs sowie roter Schürze und roten Strümpf kamen 300 Villinger Hexen, angeführt von ihrem Hexenmeister und seinen Gehilfen, zum Nachtumzug.

Den Villinger Hexen galt auch ein besonderer Gruß beim Zunftmeisterempfang, bei dem sie von den Wolfbach-Rolli ein Präsent zum 50-jährigen Jubiläum bekamen. "Ihr könnt stolz darauf sein, innerhalb von 50 Jahren von einer kleinen Zunft zu einer der größten Hexenzünfte in Süddeutschland gewachsen zu sein", so Manuel Straub vom Vorstandsteam der Wolfbach-Rolli. Auch bei seinem vierten Nachtumzug wollte es bei Straub mit dem Dialekt nicht so richtig klappen.

Die Krawazi-Ramblers gaben alles, um die Stimmung nach dem Nachtumzug in der Turn-und Festhalle Pfaffenweiler anzuheizen.
Die Krawazi-Ramblers gaben alles, um die Stimmung nach dem Nachtumzug in der Turn-und Festhalle Pfaffenweiler anzuheizen.

"Ich mache die Begrüßung besser auf hochdeutsch und überlasse die Grußworte im Dialekt lieber Ortsvorsteher Martin Straßacker", so Straub. Straßacker begrüßte die Gäste in Reimen und Dialekt, darunter auch Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Jürgen Roth. "Jürgen, du bist in Pfaffenweiler immer willkommen, nicht nur an der Fasnet", so sein Gruß an Jürgen Roth.

In der Festhalle wurde nach dem Umzug kräftig eingeheizt, und das nicht nur von DJ Fazio, sondern auch von den musikalischen Gruppen, die am Umzug teilgenommen hatten. Trotz des Schneetreibens wurde bis tief in die Nacht in Pfaffenweiler gefeiert.