Wer einmal einen Gelben Sack falsch befüllt hat, weiß, was droht: der rote Aufkleber. Meist ist das dem Betroffenen peinlich, schließlich sind wir Deutschen ja Sammel-Weltmeister. Wir wir inzwischen wissen, nutzt uns dieses Prädikat nicht viel, weil ein Gutteil dieses Materials nicht in unseren Recycling-Anlagen landet, sondern nach Südostasien verschippert wird. Dennoch geben wir uns vor unseren Nachbarn nur ungern eine Blöße – wenn es also die rote Karte, pardon den roten Aufkleber gab, sortieren wir einfach noch einmal neu. Was passiert aber, wenn wir den nicht abgeholten Gelben Sack einfach stehen lassen? Geldbuße, ein Brief vom Amt oder Entzug der Müllmarke? Nichts dergleichen – es passiert meist nichts.

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Der Villinger Erwin Mattutat, der in der Schelmengaß wohnt, machte bereits diese spezielle Beobachtung: Mit wachsendem Ärger beobachtet er den Missstand ganz in der Nähe seiner Wohnung. Die Müllabfuhr markierte einen falsch befüllten Gelben Sack, die Mieter des betroffenen Hauses kümmern sich jedoch nicht darum. Inzwischen hat sich um den Gelben Sack eine kleine Müllhalde gebildet. Wer dafür zuständig sei, fragte er an, nachdem wir mehrfach über wilde Müllablagerungen berichtet hatten.

Konsequenzen bei Gefahr

Bei einer falschen Befüllung werde der betroffene Haushalt aufgefordert, die Abfälle nachzusortieren, erklärt eine Sprecherin des Landratsamts. Und wenn der Mieter oder Wohnungseigentümer das nicht tut? Weder die dualen Systeme, das Entsorgungsunternehmen, die Abfallwirtschaft des Landkreises noch die Stadtreinigung seien verpflichtet, diese Abfälle zu entsorgen oder zu sortieren, führt sie weiter aus. Dies sei allein Sache des Bewohners oder des Eigentümers des Grundstücks. Wenn der aber nicht reagiert, was dann? Erst wenn es zu einer schwerwiegenden Vermüllung von Privatgrundstücken komme, könne die Abfallrechtsbehörde aktiv werden und eine Entsorgung anweisen, besonders dann, wenn eine Gefährdung von Mensch oder Umwelt nicht ausgeschlossen werden könne, heißt es weiter. Ein solcher Fall liege in der Schelmengaß aber nicht vor. Im Klartext: Es bleibt alles beim Alten. Schade.