Aus der jüngst umgepflügten Wiese auf dem alten Tonhallengelände soll langfristig durchaus mehr werden als die von OB Jürgen Roth verfügte Schaffung einer bunten Blumenwiese. Die Stadt bestätigte jetzt: Am vergangenen Dienstag hat in der Neuen Tonhalle ein Preisgericht getagt, dass mehrere neue Investorenpläne zur Bebauung des seit über 20 Jahren brachliegenden innerstädtischen Grundstücks begutachtet hat.

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Viele Aktivitäten laufen

Allerdings lief das ganze Verfahren unter Ausschuss der Öffentlichkeit. „Wir befinden uns im laufenden, nichtöffentlichen Verfahren“, wies Pressesprecherin Oxana Brunner weitere Nachfragen unserer Zeitung zum Stand des Verfahrens zurück. Recherchen des SÜDKURIER ergaben aber, dass im Hintergrund eine Menge Aktivitäten laufen. Diese kulminierten am Dienstag in einer ganztägigen Sitzung des Preisgerichts, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderates sowie externer Fachexperten. Darauf wies ein Schild im Foyer der Halle hin, das die Teilnehmer zur Sitzung des Preisgerichtes in den Seminarraum 1 verwies. Diese Jury hat sich nach SÜDKURIER-Informationen stundenlang die Entwürfe der Investoren erläutern lassen und nach eingehender Begutachtung zwei Siegerentwürfe herausfiltriert. Diese sollen nun weiter optimiert und voraussichtlich im Herbst dem Gemeinderat präsentiert werden. Der Rat wird dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Ziel ist die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Vorhaben

Großes Investoreninteresse

Hintergrund der Aktion: Nachdem in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Anläufe gescheitert sind, das 8200 Quadratmeter große Grundstück, das sich im Besitz der Stadt befindet, zu vermarkten, hat der Gemeinderat Ende 2018 einen weiteren Anlauf gestartet. Grund war die Tatsache, dass eine wachsende Zahl von bauwilligen Investoren bei der Stadt ihr Interesse an dem brachliegenden Gelände bekundeten. Im Februar dieses Jahres hat Bürgermeister Detlev Bührer dazu eine Investorensuche unter dem sperrigen Namen „Interessenserkundungsverfahren“ gestartet.

Hotel und Lebensmittelmarkt

Das Erkundungsverfahren war durchaus erfolgreich. Rund 15 interessierte Investoren sollen sich gemeldet haben, nach eine Vorauswahl kamen acht ins engere Verfahren, zwei davon, denen gute Qualität zugesprochen wurde, sollen nun ins Finale gehen. Die Stadt machte klare Vorgaben: Zur Stärkung der Innenstadt sollen an der Bertholdstraße ein Hotel mit Gastronomie sowie ein Lebensmittelversorger, bevorzugt ein Biomarkt, angesiedelt werden. Gefordert wird eine qualitätsvolle Architektur. Die Stadt stellt dafür 5000 Quadratmeter bereit. Die verbleibenden 3200 Quadmeter werden bis auf Weiteres für einen möglichen Erweiterungsbau des Amtsgerichts reserviert.