Baubürgermeister Detlev Bührer bringt es auf den Punkt: "Ein Blick auf den Flächennutzungsplan genügt. Marbach ist eingekesselt von baulichen Restriktionen und kann sich in der Fläche kaum noch ausbreiten. Der Ort muss sich auf seine Innenentwicklung konzentrieren." Bei der Präsentation des Status quo zur Ortsentwicklungsstudie Marbach zeigt sich der VS-Ortsteil mit einer Wohndichte von stellenweise über 50 Einwohnern pro Hektar als attraktiv und familienfreundlich. Doch auch hier nagt der Zahn der Zeit, das Altern der Gesellschaft fördert vermehrt das Aufkommen von betagten Ein- bis Zweipersonenhaushalten.

  • Wegzug: 2015 hat der Ort Marbach in der Summe 27 Einwohner verloren. 97 Personen haben den Ort und die Stadt verlassen, zusätzlich wählten 72 einen anderen Stadtbezirk von Villingen-Schwenningen als ihr neues Zuhause. Durch den Zuzug hatte Marbach Ende 2015 dann 2086 Einwohner. Diese Zahl wird laut des Stuttgarter Stadtplaner-Büros Baldauf bis 2023 um 6,4 Prozent auf 1960 fallen.
  • Altersstruktur: Der Ort Marbach altert wie die Bevölkerung in ganz Deutschland. Fast 53,5 Prozent der Marbacher waren 2015 über 45 Jahre alt. Bis 2030 wird diese Quote auf knapp 66 Prozent steigen. Für eine Stabilität der Population bräuchte der Ort knapp sieben Prozent an Kindern.
    Aktuell sind jedoch unter fünf Prozent der Marbacher bis zu sechs Jahre alt.
  • Haushalte: Die jüngeren Marbacher mit einem Altersdurchschnitt von unter 38 Jahren wohnen im Nordosten des Ortes um die Gebiete Im Grüble, Haselstieg- und Schorenstraße oder dem Ostbahnhof. Hier werden Familien gegründet, gebaut und unternehmerische Aktivitäten freigesetzt. Doch weisen nur 32 Prozent der Haushalte einen Bestand von drei Personen und mehr auf. Aktuell zählt die Statistik knapp 37 Prozent an Einpersonen- und weiteren etwa 30 Prozent an Zweipersonenhaushalten. Diese konzentrieren sich vor allem um den Terra-Wohnpark und Hirtenbühlsteig.
  • Baulücken: Da die vorhandenen Bauflächen in Marbach weitgehend ausgeschöpft sind, besteht innerorts kein nennenswertes Nachverdichtungspotenzial. Im Nordosten, wo sich die jüngeren Bevölkerungsschichten finden, ist die Einwohnerdichte mit über 50 Personen pro Hektar am höchsten. Nur 22 Baulücken mit einer Fläche von 12 590 Quadratmetern, hauptsächlich um Melben und Träufle-Hengst Nord, stehen zur Verfügung. Ein untergenutzter Bereich mit 2589 Quadratmetern ist im Altort aufzufinden. Alleine durch eine Ortsbegehung wurden zusätzlich neun Leerstände identifiziert, statistisch erhoben sind jedoch insgesamt 22 Leerstände. In den vergangenen zwei Jahren wurden in Marbach lediglich zwei Flächen mit 1048 Quadratmetern aktiviert. Nahezu ganz Marbach ist durch umgebende Naturschutzgebiete, hauptsächlich Vogelschutz, in seinem Wachstumspotenzial extrem gehemmt.