"S Brigili und s Bregili bringet s Donili uff em Wägili". Und jetzt noch mal in unspektakulärem Hochdeutsch: "Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg". Zwei Mal der exakt selbe Satz, aber in unterschiedlicher Sprachfärbung. Mundart ,oder auch Dialekt, ist eine lokale beziehungsweise regionale Sprachvarietät, lautet die nüchterne Definition des bekannten Internetlexikons. Dass Mundart noch einiges mehr ist, zeigte der Auftritt Walter Scheubles im Theater am Turm.

"De Barde vu de Baar" nennt sich der Musiker, der viele Genre sein Zuhause nennt. Von Songs der Beatles, über die Stones bis hin zu Mozart und der Winnetou-Melodie, nahm Walter Scheuble die Zuschauer mit auf seine Reise durch die Landschaft der Musik, vor allem aber die Landschaft der Mundart. "Musik isch halt was schenes", singt er in einem seiner Medleys. Schönheit findet der Barde insbesondere in der Mundart: "Ich fing vor 15 Jahren mit dem Umschreiben von Liedern auf Mundart an. Durch meine Kinder, die unentschieden waren, ob sie Dialekt sprechen sollten, entdeckte ich die Mundart für mich", erzählt Walter Scheuble während der Konzertpause.

"Im Alter kommt man auf den Gedanken, dass Mundart gelebte Kultur ist und bewahrt werden sollte", fährt er fort. Gitarre spielt der 60-Jährige schon seit mehr als 44 Jahren. Sie ist nur eines der Instrumente, die er an diesem Abend spielt. Mit dem linken Fuß bedient der Barde eine Fußtrommel, der rechte Fuß ergänzt durch sachte Stampfbewegungen auf Holz den Takt, mit dem Mund singt Scheuble oder spielt Mundharmonika. Auch ein selbst gefertigtes, hölzernes Kazoo – ein Blasinstrument, das saxophonartig klingt – wird auf humorvolle Art Teil des Programms, lassen sich doch verschiedene Papierarten, ja auch Klopapier und Kassenzettel, als schwingende Membran auf das Instrument auflegen.

Und auch die Zuschauer werden Teil des Programms: Etwa beim "Schnoke-Blues", bei dem ein Zuschauer mit Schnakenmaske versehen, durchs Theater schwirrte. Humor, Unterhaltung aber auch besungene Streitthemen, in Mundart, Witz und Musik machen Walter Scheuble zum Barden der Baar.