Eigentlich sollten die VS-Bürger schon im vergangenen Jahr ein frei zugängliches WLAN-Netz in den Innenstädten nutzen können. Die Stadtwerke wollten die bestehende Leuchteninfrastruktur mit WLAN-Routern ertüchtigen. Diese Pläne sind geplatzt, der Technische Ausschuss ist am Dienstag darüber informiert worden und die Stadtverwaltung hat auch die neuen Pläne für freies Surfen in den Innenstädten vorgestellt, die der Ausschuss mehrheitlich für gut befunden hat. Die Entscheidung fällt im Gemeinderat am 16. Oktober.

  1. Was wollte die SVS genau in den Innenstädten machen? Die Stadtwerke wollten einzelne Straßenleuchten im Innenstadtgebiet mit Routern ausrüsten und einen Anschluss an das Telekommunikationsnetz mittels SIM-Karten vornehmen. Dadurch sollte es ein frei zugängliches WLAN-Angebot mit geringer Bandbreite geben. Vorgesehen war ein Megabit pro Sekunde, um eine Grundversorgung sicherzustellen.
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  1. Warum klappt das so nicht? Einmal gibt es rechtliche Probleme, weil man den Zweckverband Breitbandversorgung bei einer solchen Maßnahme nicht außen vor lassen kann. Da die Stadtwerke mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik viel zu tun hatte, ist es bislang nicht zum Abschluss einer Betriebs- und Durchführungsvereinbarung gekommen.
  2. Kann ich jetzt also auch künftig in den Innenstädten kein freies WLAN nutzen, was in vielen Städten schon längst Standard ist? Doch, die Stadt hat umgeplant und will den Zweckverband Breitbandausbau mit der Anbindung der Laternenmasten an das kommunale Netz beauftragen, die Firma Stiegler IT als Pächter des Netzes soll dann ein leistungsfähiges WLAN-Netz aufbauen.
  3. Gibt es freies WLAN dann nur in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen? Nein, die Stadt will die Ortschaften mit einbeziehen und das Netz sogar ausbauen, so dass Nutzer vor den Rathäusern, auf Sportplätzen und in Stadien und Veranstaltungsplätzen surfen können. Dies hängt aber davon ab, ob genügend Geld zur Verfügung steht und dies technologisch machbar ist.
  4. Gibt es auch Kritiker, die gegen ein öffentliches WLAN in den Innenstädten und weiteren Plätzen sind? Ja, der Villinger Arzt Klaus Dold hat 563 Unterschriften gesammelt und an Oberbürgermeister Roth überreicht – unterschrieben haben vor allem Bürger aus VS. OB Roth hat dem Arzt zugesagt, die möglichen Gefahren durch die Mobilfunkstrahlung im Gemeinderat vorzustellen. Die Position von Klaus Dold haben die Stadträte mit den Sitzungsunterlagen erhalten. Im Kern geht es darum, dass durch das freie WLAN Passanten und Anwohner unfreiwillig bestrahlt werden. Medizinisch seien laut jüngsten Studien die schädlichen Einflüsse von Mobilfunkstrahlung auch unterhalb der Grenzwerte belegt, schreibt Klaus Dold in seiner Stellungnahme. Die Strahlung mache nicht vor der Haustüre halt und beschränke sein Recht auf körperliche Unversehrheit.
  5. Nimmt die Stadt die Argumente der Kritiker ernst? Ja, auch die Verwaltung schließt nicht aus, dass es gegebenenfalls gesundheitliche Risiken gibt, allerdings sei dies nicht abschließend wissenschaftlich untersucht. Ein Verzicht auf Übertragungstechniken wie WLAN oder auch Mobilfunk sei jedoch mit gravierenden Einschränkungen in der Lebensqualität der meisten Bürgerinnen und Bürger verbunden. Man geht davon aus, so ist es in der Vorlage zu lesen, dass die überwiegende Zahl der Nutzer sich der Thematik bewusst ist, dass hochfrequente elektromagnetische Felder ein Umweltrisiko darstellen. Allerdings soll das WLAN nachts zeitweise abgeschaltet werden. Außerdem könne die Strahlung durch den Anschluss an das Glasfasernetz minimiert werden.
  6. Wie positionieren sich die Stadträte zu diesem Thema? Redner aller Fraktion haben die Pläne begrüßt, Gudrun Furtwängler betonte für die CDU, man müsse diesen Weg weitergehen. Ulrike Salat (Grüne) erklärte, die Vorteile würden die Nachteile überwiegen. Auch die Freien Wähler sehen die Notwendigkeit, so Andreas Flöß. Einzig Hennig Lichte scherte aus und stimmte mit Nein. Große Zustimmung kam auch von der SPD und der FDP.
  7. Was kostet der WLAN-Ausbau die Stadt? Es schlagen rund 45 000 Euro für die Auf- und Umrüstung der Laternenmasten zu Buche, für den Betrieb des Netzes hat die Stadt 2000 Euro jährlich kalkuliert, erklärte Jörg Röber von der Stabstelle Digitalisierung.