Video: Marcel Jud
Video: Marcel Jud

Si Mittel

Sein Mittel

Fründ, häsch e bösi Frau, sei pfiffig un sei schlau!
Uf Kniff gang us un Schlich! Eso packs a wie ich!

Freund, wenn du eine böse Frau hast, sei pfiffig und sei schlau!
Auf Kniffe sei aus und Schleichwege! Mache es so wie ich!

I hock so gern im Hecht. D‘r Wirt isch dert nit schlecht, un d‘Gsellschaft, Heideblitz!, kei nettre Gsellschaft gits!
D‘r Wirt, de Molerhans, de Marks, de Fischerfranz,
de Beckejörg, de Dieter un no e so baar Brüeder!
E jeder weiß ebbs flotts, des Lache als bigotts!
Des unterhaltig Gschwätz, isch ebbis sölli netts.

Ich sitze so gerne im Hecht. Der Wirt ist dort nicht schlecht,
und die Gesellschaft, Wahnsinn! Es gibt keine nettere Gesellschaft!

Der Wirt, der Müllerhans, der Marks, der Fischerfranz,
der Bäckerjörg, der Dieter und noch so einige andere Brüder!
Ein jeder kennt einen flotten Spruch, das Lachen, bei Gott!
Die unterhaltsamen Gespräche, das ist was sehr Nettes.

Doch je, Gott stand mer bi, isch des e Lärm als gsi,
wenn i zu minere Spinn, nachts heim als kumme bin!
Hei, dia het gmacht und due! „So, häsch jetz endli gnue,
kummsch endlig? S‘isch bal eis, kummsch vu dim subre Gschmeiß?
Daß dir so wohl au isch, an sellem Lumbedisch!
S isch Gsindel, liadrigs bloß, mit keim isch ebbis los,
im Deifel sin si z schlecht, dir bloß, dir sin se recht!
Hörsch no nit bal denn uf, mit dim verfluechte Gsuff?
De kunnsch an Bettelstab, un mich bringsch no is Grab!“

Doch oh je, Gott stehe mir bei, was war das immer für ein Lärm,
wenn ich zu meiner Spinnerin nachts heimgekommen bin!
Die hat sich angestellt! „So, hast du endlich genug,
kommst du endlich? Es ist bald eins, kommst du von deiner sauberen, schlechten Gesellschaft?
Dass dir auch so wohl ist an diesem Lumpentisch!
Es ist ein Gesindel, ein liederliches bloß, keiner kann etwas,
dem Teufel sind sie zu schlecht, nur dir, dir sind sie recht!
Hörst du nicht alsbald mit dem verfluchten Saufen auf?
Dann kommst du an den Bettelstab und mich bringst du ins Grab!“

Dia Predigt als, des Gschrei, bis z nacht em halber zwei!
Jetz aber, liebe Fründ, jetz goth en andre Wind,
un schlagts au gli druf drei, wenn ich in d Kammer si regt un rührt sich nit, nia, daß es ebbis git!
Zahm isch se, brav und frumm, und weisch au, Fründ, worum?
Wenn i an d Husdür kumm, no drei i mi als rum

Diese Predigt immer, das Geschrei, bis nachts um halb zwei!
Jetzt aber, lieber Freund, jetzt geht ein anderer Wind,
und schlägt es auch gleich darauf drei Uhr, wenn ich ins Bett falle,
sie regt und rührt sich nicht, nie passiert etwas!
Zahm ist sie, brav und fromm, und weißt du, Freund, warum?
Wenn ich zur Haustür komme, drehe ich mich nochmals um

Un ruef recht luut Stuck zwei-, dreimol:
„Guet Nacht, Herr Pfarrer! Schlofet wohl!“

Und rufe ziemlich laut, zwei-, dreimal am Stück:
„Gute Nacht, Herr Pfarrer! Schlafen Sie gut!“

Das könnte Sie auch interessieren