VS-Villingen – Die Muettersprochgruppe hatte Helmut Dold, alias „de Hämme“, zu Gast im Theater am Turm. Ganz auf Badisch getrimmt, von der Brille bis zu den Schuhen, präsentierte er urkomische Geschichten, besonders aus seiner heimatlichen Umgebung, Kuhbach, Lahr, Rickenbach und Schuttertal.

Eingestimmt durchs Badnerlied als Trompetensolo, lauschte das Publikum einem Feuerwerk an Witzen, Gedichten, Liedern und eigenen Kompositionen. Dold zeigte sich einerseits als quirliger Erzkommödiant und Unterhalter, der das Publikum jederzeit mit einbezog, obendrein ist er ein begnadeter Musiker besonders im Bereich des Jazz, Dixie und Swing. Dies zeigte sich dann auch in Liedern wie em „Anti-Denglisch-Song, „em Ding sin Swing“ und einem liebenswerten Loblied auf seinen vielseitigen Schwiegervater „de Otto isch e Käpsele“. Seine Kenntnisse aus dem Bereich des elterlichen Metzgerladens kamen im Song über Wurstsalat und Schwartenmagen so eindrücklich an, dass man fast schon Hunger spürte. Eifrig klatschte das Publikum den Rhythmus mit.

Gestikulierend und fast ständig in Bewegung brachte er seine Gedanken und Beobachtungen zu vielen alltäglichen Situationen zu Gehör. Bei seinen Betrachtungen über die heutzutage übliche Anbahnung durchs Internet wollte er wissen, wie es hier so war. Zwei antworteten spontan: „Beim Tanzen“, andere „A de Fasnet“ und zwei „ Bei einer Messe in Berlin“. Dazwischen stellte Dold seine zwei lustigen badischen Witzbüchle vor, das Dritte entsteht gerade. Dold schilderte seine unverhohlene Freude drüber, dass einige Witze daraus von einer Auswahlkommission eine besonders Auszeichnung erfuhren. Natürlich sind auch einige eher moderate Schwabenwitze darunter, man kennt und neckt sich halt.

Immer wieder fällt auch die Aufforderung: Schwätzet badisch, Leut! Dabei bedauert der Küsntelr, dass man seine sowie Lieder anderer Mundartinterpreten nicht mehr im Radio hören kann, Stuttgart habe jetzt die Regie übernommen. Als fadenscheinige Begründung gäben dei Macher an, dass man ja an jeder Ecke des Ländle sowieso anders spreche, dann halt lieber Einheitsbrei. Alle Anwesenden haben deshalb auch gerne eine Petition gegen diese Maßnahme unterschrieben. Dolds absolutes Lieblingswort hat er im „Muckeseggeleblues“ verewigt. Erstaunlich, wo überall das Muckeseggelemaß zur Anwendung kommt: z'kurz, z'lang, z'hoch, z'weit, z'dick und besonders fatal: "Z'schnell, wenn de Blitzer blitzt." So bot Dold einen äußerst eindrucksvollen, heiteren Abend, den die Zuschauer noch lange im Gedächtnis behalten werden.