Welches Freibad in Deutschland kann sich rühmen, dank seiner ehrenamtlichen Führung sogar im Bundespräsidialamt oder im Kanzleramt bekannt zu sein? Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel fanden 2007 in persönlichen Schreiben höchstes Lob für das bürgerschaftliche Engagement der Freibadbetreiber.

Doch das allein reicht nicht, wenn es wie jetzt teuren Sanierungsbedarf gibt. Daher sucht der Förderverein hilfsbereite Unterstützer.

  • Geschichte: Nachdem im Jahr 2004 die Schließung des Freibades unter städtischer Regie beschlossene Sache war, setzten die Tannheimer Bürger alles daran ihr Freibad zu erhalten. Ein Förderverein wurde gegründet, der seither im reinen Ehrenamt alljährlich Tausende von Erholungssuchenden die Möglichkeit schenkt, im 33-Meter-Becken kühles Nass zu erleben. Der Förderverein schaffte es in den vergangenen 14 Jahren, das Freibad für die Region zu erhalten.
Ohne funktionierendes Becken kein Freibadbetrieb: Größter Beliebtheit erfreut sich alljährlich das Freibadfest in Tannheim – und im Zentrum steht das große Wasserbassin.
Ohne funktionierendes Becken kein Freibadbetrieb: Größter Beliebtheit erfreut sich alljährlich das Freibadfest in Tannheim – und im Zentrum steht das große Wasserbassin. | Bild: Jörg-Dieter Klatt
  • Renovierungsbedarf: Auch das schönste Becken kommt einmal in die Jahre und bedarf einer Sanierung. Aktuell weist das Becken Undichtigkeiten auf, die alsbald behoben werden müssen. Gleichzeitig müssen das Becken und die dazugehörige Technik den geltenden Vorschriften entsprechend aufgerüstet werden. Diese Sanierungsarbeiten verschlingen natürlich eine Stange Geld, die der Verein nun zusammentragen muss. Gelingt das nicht, droht die Schließung des Bades.
  • Spendensammeln: Mit Karl-Heinz Bartsch-Pubanz hat der Verein einen Mann der ersten Stunde des Freibadvereins an der Hand, der nun mit unzähligen Ideen und Aktionen einen erklecklichen Betrag für die Sanierung sammeln möchte. Der Verein hat zwar schon ansehnliche Rücklagen angespart, denn die Notwendigkeit einer Sanierung zeichnete sich schon vor Jahren ab. Diese Rücklagen reichen aber bei weitem nicht aus, um das Bad wieder auf Vordermann zu bringen.

Zum einen hat die Stadt in einer Gemeinderatssitzung Ende 2018 angedacht, dass das Bad einen einmaligen großzügigen Zuschuss zu den Sanierungsmaßnahmen erhält. Zum anderen zeigt sich, dass die Spendenbereitschaft für dieses Kleinod der sinnvollen Freizeitgestaltung in der Bevölkerung recht groß sein dürfte.

Groß ist das Engagement der Freiwilligen auch außerhalb der Badesaison, wenn es in jedem Herbst heißt: Laub rechen und das Gelände des Freibades saubermachen.
Groß ist das Engagement der Freiwilligen auch außerhalb der Badesaison, wenn es in jedem Herbst heißt: Laub rechen und das Gelände des Freibades saubermachen. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

„Wir kämpfen um dieses Bad und legen uns nicht auf die faule Haut!“, so Ortsvorsteherin Anja Keller in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. So wie weiland die damalige Ortsvorsteherin Helga Eilts dem Protestzug voranging, will auch Anja Keller alles daran setzen, dass genügend Gelder locker gemacht werden, um dieses Bad zu erhalten.

  • Geplante Aktionen: So ist geplant, dass der Kinderflohmarkt „Kinder für Kinder“ wieder belebt werden soll. Einbezogen werden die Kindergartenkinder, die mit den Erzieherinnen wieder eine Wand bunt gestalten wollen. Neben dem alljährlichen Freibadfest soll es fürderhin auch ein Freiluftkino geben, das ebenfalls einiges an Spenden in den Fördertopf spülen soll. Vorbehaltlich der Zustimmung des Vorstandes soll die Goldene Eintrittskarte zum Preis von 500 Euro eingeführt werden. Sie sichert dem Inhaber lebenslangen freien Eintritt in dieses wunderbare Freibad.
  • Politische Unterstützung: Regionale Politik- und Sportprominenz hat ihre Unterstützung zugesagt. So werden die Landtagsabgeordneten Martina Braun (Bündnis 90 / Die Grünen) und Karl Rombach (CDU) sowie Ortsvorsteher und Bürgermeister der umliegenden Ortschaften und Gemeinden bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am 26. April dabei sein und ihre Solidarität mit dem Bad bekunden. Olympiasieger Martin Schmitt ist ebenfalls bereit, die Schirmherrschaft für dieses Spendenprojekt zu übernehmen.
  • Wichtige Infrastruktur: Im direkten Einzugsgebiet (weniger als sechs Kilometer Weg) des Bades leben nahezu 10 000 Menschen, für welche dieses Bad zu einem elementaren Teil der Infrastruktur gehört. Hinzu kommen mehr als 150 Grundschüler, die dieses Bad für den Schwimmunterricht nutzen können. Als 2018 das Kneippbad in Villingen saniert wurde, fanden hunderte von Badebegeisterten den Weg nach Tannheim. Als der Sommer 2018 nicht enden wollte, konnte das Bad weit über den geplanten Öffnungszeitraum hinaus genutzt werden.