Als Schule im Umbruch könnte man den Schulverbund am Deutenberg bezeichnen, angesichts der bekannten Gebäudemängel werden in absehbarer Zeit entweder Kernsanierung oder Neubau erfolgen müssen. Dementsprechend sind die Fragen der Schülereltern am jüngsten Tag der offenen Tür auch auf eine mögliche Auslagerung der Klassenräume während einer Umbauzeit in die benachbarten Container fokussiert, die momentan noch als Lehrräume für die Gymnasialschüler genutzt werden. Zusätzlich war die Option zur Schnuppermöglichkeit bei einem Abteilungswechsel zwischen Realschule und Werkrealschule gefragtes Thema.

Container und Hallerhöhe

Im Januar flatterte der aktuelle Raumbedarfsplan bei der Stadtverwaltung ein und die Ansprüche des Schulverbunds sind keineswegs befriedigt. Mit seinen zwei Vorbereitungsklassen benötigen die beiden Abteilungen der Real- und Werkrealschule Ausweichmöglichkeiten für 40 Klassenzimmer, das bereitgestellte Gebäude der Hallerhöhe sowie die Container bieten jedoch lediglich für 28 Klassen Raum. "Die Werkrealschule als gebundene Ganztagsschule nutzt unsere geräumige Aula zusätzlich zur Betreuung.

Diese Fläche ist bei einer potenziellen Auslagerung auch noch nicht kompensiert", hält die Abteilungsleiterin der Realschule, Kristin König, fest. So wurde die Schulleitung mit dem Elternbeiratsvorsitzenden sowohl beim neuen Oberbürgermeister als auch Vertretern des Amts für Jugend, Bildung, Integration und Sport und des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau vorstellig. Der Stand nach den Gesprächen: "Es wird fieberhaft an einer Lösung gearbeitet. Sonst ist alles beim Alten."

Lange Mängelliste ist bekannt

Die Mängelliste des Schulverbund-Gebäudes ist bekannt, insbesondere die Installation von Brandmeldeanlagen ist aufgrund der speziellen Bauweise des Gebäudes "mit Unsummen" verbunden. Dem mangelnden Schallschutz der Holzwände oder den technischen Mängeln an den Jalousien ist ebenfalls abzuhelfen. "Durch den fehlenden Sichtschutz ist es in den Klassenräumen manchmal so hell, dass man auf Beamern aufgelegte Folien nicht erkennt", sagt König.

Im Falle einer Auslagerung erwartet die Schüler in den Containern modernes Interieur in "hellen und freundlichen" Räumen. "Es war uns sehr wichtig, dass die Eltern diese nun besichtigen konnten, um sich von der Qualität zu überzeugen. Auch die Hallerhöhe konnte begutachtet werden. Seitens der Schulleitung sind wir mit den Ausweichräumen sehr zufrieden", bemerkt König. Gisela Singer als Leiterin der Werkrealschule wirft ein: "Die Räume sind zu unserer vollsten Zufriedenheit, wir brauchen lediglich mehr Platz. Aktuell wissen wir auch nicht, ob Sanierung oder Neubau erfolgen."

Tag der offenen Tür

Ein mannigfaltiges Programm bot sich den Besuchern am Tag der offenen Tür des Schulverbunds. Zu Ergebnissen aus dem Unterricht, Berufsorientierungsmaßnahmen, dem neuen Bildungsplan oder beispielsweise dem personalisierten Lernen wurde informiert. Nach dem neuen Lernplan sind auch Schnuppermöglichkeiten und Wechsel zwischen den Abteilungen der Realschule und Werkrealschule für die Schüler zum Auffinden der optimalen Schulform möglich. "Das ist hauptsächlich Thema für die Klassen fünf uns sechs, ein Wechsel ist aber noch in den Klassen sieben und acht möglich.

Bei den Eltern herrschte bei dieser Option Fragebedarf", konstatieren König und Singer. In der Schulform einer Werkrealschule haben die Schüler beispielsweise eine langfristige Bindung an Klassenlehrer oder gesonderten Zugang zu bestimmten Hilfsmitteln. Für Singer auch die Möglichkeit, etwaige Vorurteile auszuräumen. "Ich betone es noch einmal, beide Abschlüsse, Realschule und Werkrealschule, sind nach dem Hamburger Abkommen gleichwertig. Auch wenn das manche anders sehen mögen", stellt Singer fest.

Berufs- und Ausbildungsmesse Radar

Schon jetzt bereitet sich der Schulverbund auf seine Berufs- und Ausbildungsmesse Radar im Juni vor, 2018 warben 42 Betriebe im Schulgebäude um die Gunst der Zehntklässler als potenzielle Auszubildende. Das Prinzip des Speeddatings zwischen Betrieb und Schüler bei der Messe gehe dabei voll auf. "Bei der Messe kamen schon Ausbildungsverträge quasi im Schulgebäude zustande", blickt König zurück.