Ausgetretene Ameisensäure bei der Firma Kendrion sorgte gestern Mittag für ein Großaufgebot an Rettungskräften in der Wilhelm-Binder-Straße. Vor Ort waren Feuerwehren aus Villingen und Donauschingen mit zehn Fahrzeugen, der Rettungsdienst, die Gewerbeaufsicht und die Polizei. Der Großeinsatz sorgte für Aufsehen, im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass kein Schaden entstanden war.

Laut Angaben der Polizei wurde in einer ersten Information mitgeteilt, dass die gefährliche Säure, die auch zu industriellen Zwecken verwendet wird, aus einem 100-Liter Fass ausgelaufen und eine Person verletzt sei. Diese Erstinformation erwies sich allerdings später als unzutreffend. Den tatsächlichen Sachverhalt schilderte Ralf Hofmann, der Abteilungsleiter der Villinger Feuerwehr, wie folgt: Gegen 11.20 Uhr sei ein Mitarbeiter der Firma Kendrion in einen Raum getreten, in dem verschiedene Chemikalien in einem Gefahrgutschrank gelagert sind. Ein beißender Geruch in der Luft zeigte ihm aber an, dass eine Chemikalie ausgelaufen sein muss. Daraufhin wurde von dem Unternehmen die Feuerwehr gerufen.

Die rückte mit ihrem Gefahrgutzug an. Mit Atemschutz und dem leichten Chemikalienschutzanzug sondierten zwei Feuerwehrleute, nach dem der Raum mit einem Hochdrucklüfter von den Dämpfen befreit worden war, unter umsichtigen Sicherheitsvorkehrungen die Lage. Dabei stellten sie fest, dass aus einer undichten Einliter-Kunststoffflache eine kleine Menge hochkonzentrierter, 98-prozentige Ameisensäure, ausgetreten war. Die Männer packten die lecke Flasche in ein dichtes Fass, ebenso einen Lappen, mit dem sie die ausgelaufene Säure aufgenommen hatten. Die Schadstoffe werden von der Firma Kendrion entsorgt.

Für ihr umsichtiges Vorgehen wurde die Feuerwehr von einem Verantwortlichen des Gewerbeaufsichtsamtes gelobt, was den Abteilungskommandanten freute. Der Behördenvertreter bescheinigte auch dem Betrieb, dass mit der Lagerung der Chemikalien alles in Ordnung gewesen sei. Nach einer Stunde konnte der Einsatz beendet werden. Ameisensäure ist nicht ungefährlich: Bei Konzentrationen über zehn Prozent führt der Hautkontakt zu schweren Verätzungen und Blasen.