Zwei fantastische Stadtfeste fanden 2013 und 2016 auf dem Villinger Münsterplatz statt, zweimal mit Sonne und Partystimmung pur. Die Events sind unvergessen, der Ruf nach Fortsetzung kam stets spontan. Jetzt endlich: Im nächsten Jahr wird es wieder soweit sein. Drei Tage, vom 17. bis 19. Juli 2020, heißt es wieder „9 am Münster„. Die bewährten großen Vereine Villingens haben sich wieder formiert, um die beliebte Megaparty im Herzen der Innenstadt ein drittes Mal aufleben zu lassen.

Acht Vereine am Start

Die Veranstaltung heißt weiterhin „9 am Münster„, obwohl die der FC 08 schon das letzte Mal nicht mehr als Verein mit ihm Boot war. Doch der Namen bleibt als bewährtes Markenzeichen erhalten und die anderen großen Acht im Kosmos des Villinger Vereinslebens sind alle wieder mit dabei: Die Historische Narrozunft, die Katzenmusik, die Glonki-Gilde, die Hexenzunft, die Stadtharmonie, der Förderverein der Stadtmusik, die DJK und die Historische Bürgerwehr mit Trachtengruppe. Am Dienstagabend ließen die Vereinsvertreter bei einem Pressegespräch auf dem Boden des künftigen Festgeschehens, dem Münsterplatz, die Katze aus dem Sack und bestätigten, was mancher schon gerüchteweise vernommen hat: Ja, es gibt im nächsten Sommer wieder ein großes Fest auf dem Münsterplatz.

Das Organisationsteam von „9 am Münster“ bereitet das große Festwochenende vor. Vorne von links: Dominink Beha (DJK), Henry Greif und Alex Heift (beide Stadtharmonie). Hinten von links Hausherr und Münsterdekan Josef Fischer, Karl-Heinz Schwert (Bürgerwehr), Dominik Schaaf (Katzenmusik), Günter Reichenberger (Glonki-Gilde), Monika Burger (Förderverein Stadtmusik), Anselm Säger, Oliver Kienzler (beide Narrozunft), Mike Gildner (Hexenzunft), Friedrich Bettecken (Förderverein Stadtmusik) und Wolfgang Faißt (Narrozunft).
Das Organisationsteam von „9 am Münster“ bereitet das große Festwochenende vor. Vorne von links: Dominink Beha (DJK), Henry Greif und Alex Heift (beide Stadtharmonie). Hinten von links Hausherr und Münsterdekan Josef Fischer, Karl-Heinz Schwert (Bürgerwehr), Dominik Schaaf (Katzenmusik), Günter Reichenberger (Glonki-Gilde), Monika Burger (Förderverein Stadtmusik), Anselm Säger, Oliver Kienzler (beide Narrozunft), Mike Gildner (Hexenzunft), Friedrich Bettecken (Förderverein Stadtmusik) und Wolfgang Faißt (Narrozunft). | Bild: Roland Sigwart

Internetseite in Betrieb

Mike Gildner, der Chef der Hexenzunft, berichtete, dass die Internetseite (www.9ammuenster.de) für das Festwochenende bereits brandaktuell in Betrieb genommen wurde, dass alle Hauptsponsoren der Veranstaltung von 2016 wieder die Veranstaltung finanziell unterstützen und das Organisationsteam der Vereine die Arbeit bereits aufgenommen hat. Nicht mehr dabei sind mit Klaus Hässler (Narrozunft) und Bernd Schermann (Stadtmusik) zwei der anfänglich maßgeblichen Organisatoren und Programm-Macher. Ihren Platz haben Jüngere eingenommen, die beiden verdienten Recken werden aber als Ehrengäste definitiv ihren Platz im Festgeschehen bekommen.

Mehr Abwechslung beim Essen

Das Festwochenende, so berichteten die Organisations-Chefs, soll wieder dreitätig im bewährten Rahmen stattfinden. Allerdings gibt es aus den Erfahrungen der letzten beiden Veranstaltungen einige Akzentverschiebungen. Das kulinarische Angebot, so betonte Anselm Säger von der Narrozunft, soll vielfältiger werden, damit es nicht an jedem Stand Steaks, Würste und Pommes gibt.

Mehr heimische Bands

Und beim musikalischen Programm legen die Veranstalter dieses Mal keinen Wert auf große Namen von auswärts, sondern wollen verstärkt heimischen Bands eine Plattform bieten. Das hat zum einen finanzielle Gründe: Die Gagen und Übernachtungskosten der auswärtigen Musiker haben zum Teil heftig ins Budget geschlagen und den beteiligten Vereinen einen recht bescheidenen Gewinn übrig gelassen. Es geht den Vereinsvertretern aber zugleich und nicht minder darum, den örtlichen Musikern einmal die Gelegenheit zu bieten, vor einem größeren heimischen Publikum aufzutreten.

Dörr-Brüder und „Diva“

Olli Kienzler von der Narrozunft, der gemeinsam mit Alex Köppe von der Hexenzunft für die Programmgestaltung verantwortlich sein wird, lüftete schon mal das Geheimnis einiger musikalischer Verpflichtungen: So werden die Villinger Dörr-Brüder mit ihren musikalischen „Friends“ den Freitagabend rocken, den Hauptact am Samstag bestreitet die in der Region und VS bekannte Band „Diva“ aus Geisingen, die schon zweimal auf der Schwenninger Kulturnacht zu hören war, den Sonntagabend gestaltet die heimische Coverband „Blackforest Allstars“ mit Sebastian Schnitzer. Die Bands seien alle begeistert gewesen, bei diesem Event mitzuwirken, berichtete Olli Kienzler, „und sind uns mit den Gagen entgegengekommen“. Besonders gut angekommen seien die Verpflichtungen auch bei unbekannteren Bands wie den „Rolling Bones“ aus Pfaffenweiler oder der Hoptbühl-Bigband aus Villingen.

Security wird teuer

Eine großere Herausforderung werde wieder die Sicherheit der Veranstaltung, sagte Friedrich Bettecken von Stadtmusik. Die Anforderungen an Veranstalter seien weiter gestiegen, er rechne mit einer hohen finanziellen Belastung. Große Gewinne würden die Vereine nicht einstreichen können. Der Mehrwert sei aber das enge Zusammenrücken der örtlichen Vereine und die zahlreichen neuen Freundschaften, die bei dieser Veranstaltung unter den Mitgliedern entstehen.

Stadt hilft mehr als früher

„Das Fest bleibt eine Veranstaltung von Bürgern für Bürger“, betonte Bettecken. Die Veranstaltung, die rund 100 000 Euro kostet, komme gänzlich ohne Zuschüsse der Stadt aus und werde rein ehrenamtlich gestemmt. Allerdings, so freute sich Anselm Säger, der Chef der Narrozunft, werde die Veranstaltung dieses Mal von der Stadtverwaltung in den praktischen Dingen deutlich stärker als zuletzt unterstützt.